37ü Geschichte der alten Welt.
nehmen können, und von den ihrigen war ein großer Theil sehrbeschädigt worden. Sie mußten deshalb ihre Stellung aufgeben,und wurden in diesem Vorhaben durch die Ankunft eines Schiffesbestärkt, welches bei Thermopylä aufgestellt war, um der griechischenFlotte sogleich die Anzeige zu machen, wenn der Engpaß von denPersern genommen würde. Die griechische Flotte, deren Aufenthaltbei Artemisium jetzt keinen Zweck mehr hatte, segelte zwischen Euböaund dem festen Lande hin, und warf endlich in der durch die InselSalamis und die Südküste von Attika gebildeten Meerenge dieAnker aus. Der schlaue Themistokles wußte selbst in diesem Rück-züge ein Mittel zu finden, den Feinden zu schaden und seinem Va-terlande zu nützen. Er ließ vor der Abfahrt von Artemisium anden Stellen, wo die Schiffe Trinkwafser einzunehmen pflegten, unddeswegen auch die Perser auf ihrer weiteren Fahrt landen mußten,an die Felsen einige Worte schreiben, durch welche die auf derpersischen Flotte befindlichen Griechen Kleinasiens aufgefordert wur-den, entweder zu ihren Landöleuten überzugehen oder, wenn ihnendies nicht möglich sei, durch möglichst geringe Theilnahme amKampfe den Sieg derselben zu erleichtern. Diese Worte hatten,selbst wenn ihnen von den kleinasiatischen Griechen nicht Folge ge-leistet wurde, doch wenigstens den Vortheil, daß die persischen Ad-mirale gegen die Treue derselben Verdacht schöpften, und nichtwagten, dem ansehnlichen und gewandten griechischen Theil ihrerFlotte in der Schlacht einen wichtigen Posten anzuvertrauen.
Das Landheer der Perser war unterdessen durch die Thermo-pplcn in Mittelgricchcnland eingerückt, und zog plündernd und ver-heerend durch Phokis und Böotien gegen Attika hin. Es fandnirgends Widerstand, da ein Theil der dortigen Völkerschaften demPerser-König bereits insgeheim gehuldigt hatte, und der andere sichzu schwach fühlte, die peloponnesischen Staaten aber nur an dieVertheidigung ihrer Halbinsel dachten, und ihre Truppen hintereiner auf dem Isthmus aufgeführten Verschanzung aufgestellt hatten.Die Perser hausten auf ihrem Marsche wie eine Horde wilderRaubthiere, miöhandelten die Einwohner auf empörende Weise, undzerstörten sengend und brennend Städte und Dörfer. Delphi unddie Schätze des dortigen Orakels wurden durch die vom Glückebegünstigte Schlauheit der Priester gerettet. Diese veranlaßten die