Band 
Erster Band.
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ZA8 Geschichte der alten Welt.

dauerte zehn Jahre lang (von 464 bis 454 v. Chr.), und setztedie Spartaner in große Verlegenheit. Sie vertrieben zwar dieEmpörten alsbald aus dem platten Lande, und beschränkten dieselbenauf den Besitz von Jthome, vermochten aber, da sie von jeher sichsehr schlecht auf die Belagerung fester Plätze verstanden, diese Stadtnicht einzunehmen, und mußten jeden Augenblick einer neuen Auf-wiegelung des wieder unterdrückten Theils der Heloten gewärtigsein. Nachdem sie Jthome einige Jahre hindurch vergebens belagerthatten, baten sie die Athener um Hülfe, weil diese den Ruf hatten,unter allen Griechen die Belagerungskunst am besten zu verstehen.

In Athen war man nicht geneigt, den mächtigen Nebenbuhlernin ihrer Noth beizustehen, und namentlich bot die demokratischePartei Alles auf, um dies zu verhindern; allein Cimon, dessenEinfluß noch unerschüttert dastand, setzte es durch, daß man demHülfegesuch der Spartaner Gewährung gab. Er war nämlich,wie alle Aristokraten Griechenlands, ein Bewunderer der spartan-ischen Verfassung, und seine Vorliebe für diesen Staat ging so weit,daß er sogar seinem ältesten Sohne den Namen Lacedämonius ge-geben hatte. Auch mußte es ihm zur Erreichung seiner eigenenpolitischen Zwecke in Athen von besonderer Wichtigkeit sein, daß eingriechischer Staat wie der spartanische, dessen ganzes Wesen durch-aus aristokratisch war, in Macht und Ansehen erhalten werde.Cimon selbst wurde von dem athenischen Volke mit der Anführungdes Hülfsheeres beauftragt, welches man nach Messenicn schickte.Diese athenischen Truppen vermochten aber nicht allein nichts gegenJthome auszurichten, sondern ihre Anwesenheit beim spartanischenHeere regte auch den alten Stammhaß zwischen Athen und Spartavon neuem auf. Beide Theile des Heeres geriethen in eine fastfeindliche Lage gegen einander, und die Spartaner wurden zuletztendlich so mistrauisch gegen die Athener, daß sie die geringen Fort-schritte der Belagerung den bösen Absichten derselben zuschrieben.Sie entließen daher das athenische Heer unter dem Verwand, daßsie der Hülfe ihrer Verbündeten nicht länger bedürfte», obgleich siedie Aeginetcn und Phokier, welche ebenfalls ein Heer geschickt hat-ten, zurückbehielten. Diese Beleidigung erweckte in den Athenernden größten Haß gegen Sparta, und mußte nothwendiger WeiseCimon's Ansehen schwächen. Man schloß sogleich ein Bündniß