Band 
Erster Band.
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4Z2 Geschichte der alten Welt.

werfung Sicilicns und von der Vesiegung der Etrusker undKarthager, der herrschenden Seemächte des Westens, und ebensolockten andererseits Egypten und die persischen Seeprovinzen ihrenhochstrebenden Sinn an. Hätte Perikles nicht mit Einsicht undKraft die Zügel ihrer Regierung gelenkt, so würden sie in ihremÜbermuth sich gewiß zu verkehrten Unternehmungen haben hinreißenlassen; aber dieser große Staatsmann, welchen das athenische Volkzugleich liebte und fürchtete, hielt den Blick unverwandt auf dasNächste gerichtet, und widersetzte sich mit unerschütterlicher Festigkeitallen weit aussehenden Projekten. Bald zeigte sich jedoch auf derInsel Korcyra eine günstige Gelegenheit, dem dorischen Bunde be-deutende Kräfte zu entreißen, und diese glaubte auch Perikles nichtversäumen zu dürfen. Es entspannen sich daraus Verwickelungenund Zwistigkeiten, welche endlich den Ausbruch des entscheidendenKampfeS zwischen Sparta und Athen oder den sogenannten pelo-ponnesischen Krieg herbeiführten.

8. Der peloponnesische Krieg bis auf Perikles Tod.

Der Krieg, welcher von den Staaten des peloponnesischenBundes mit Athen geführt wurde, und deswegen den Namen despeloponnesischen führt, begann im Jahr 43t v. Chr., und dauertemit einer kurzen Unterbrechung bis zum Jahre 404. Der Anlaßzum Ausbruch desselben wurde von zwei Seiten her gegeben, näm-lich von der Insel Korcyra oder dem heutigen Korfu und von dermakedonischen Stadt Potidäa.

Die Republik Korcyra, eine Colonie von Korinth, war seitdem Sinken der äginetischen Macht so blühend geworden, daß sienächst Athen unter allen griechischen Staaten die größte Flotte be-saß. Ihre Seemacht war die einzige, welche den Athenern sich wider-setzen konnte, und hätte mit der korinthischen verbunden diesen wohldie Spitze bieten können. Das Verhältniß, in welchem Korcyraund Korinth als Colonie und Mutterstaat zu einander standen,würde auch eine solche Verbindung beider Staaten von selbst her-beigeführt haben, wenn nicht gegenseitige Handelseifersucht und dieÜberlegenheit der Korcyräer schon vor längerer Zeit einen großenHaß zwischen Mutterstaat und Colonie veranlaßt hätten. Dieser