538
Elektromagnetismus.
tive Pol der Flasche als positiver eines Volta’schen Apparatesgedacht, im Norden, so mui's der Beobachter, um ihn rechtszu haben, nach Westen gerichtet seyn. Der Nordpol der Ma-gnetnadel bewegt sich aber unter dem Drahte nach Osten. Fafstman also den durch Davt erhaltenen Nordpol , und zieht dieNadel vom Drahte ab, so berührt ihr Südpol denselben, undman kann demnach auch hierbei sagen, dafs eine Nadel südpo-larisch wird, wenn man sie in derjenigen Richtung um den Lei-tungsdraht herumführt, in welcher der Nordpol des Magnetesum denselben läuft. Eine Leidener Batterie von 17 Quad, F.Belegung durch einen Silberdraht von 0,05 Z. Dicke entladen,machte eine 2 Z. lange und 0,05 bis 0,1 Z. dicke Nadel so starkmagnetisch, dafs sie kleine Drahtstücke anzog, auch ging dieWirkung des Drahtes auf eine Entfernung von 5 Z. durch Was-ser, Glas und elektrisch isolirtes Metall. Ging der Batteriefun-ken durch die Luft quer über die Nadel hin, so wurde sie we-niger magnetisch, als unter oder über einem leitenden Drahte;eine 0,25 Z. dicke Säule Schwefelsäure in einer Röhre liefs in-defs nicht genug Elektricität durch, um Magnetismus zu erzeu-gen. Zwei an einander befestigte Stahlstäbchen, durch derengemeinschaftlichen Schwerpunct der Leitungsdraht ging, zeig-ten in ihrer Verbindung keinen bedeutenden Magnetismus, nachder Trennung aber fand sich, dafs die ungleichnamigen Polezusammenlagen.
6. Dem Wesen nach ähnlich, aber noch interessanter istfolgender Versuch. Davt befestigte mit Zwirn auf einer Pap-penscheibe , von 2,5 Z. Durchmesser 6 kurze Stahlnadeln so,dafs sie die Seiten eines im Kreise beschriebenen Sechsecks bil-deten, ihr Ende einander nahe, doch ohne Berührung, Durchden Mittelpunct der Scheibe, und also auch des Sechsecks gingder Draht, welcher beide Belegungen der Flasche verband, undnach der Entladung derselben waren alle sechs Nadeln magne-tisch mit einander zugewandten freundschaftlichen Polen , de-ren Lage umgekehrt wurde, wenn die Richtung des elektrischenStromes die entgegengesetzte war. Wenn mehrere concentri-sche Polygone auf der Scheibe befestigt waren, so machte einkräftiger F'laschenschlag sie sämmtlich magnetisch. Diese in-teressanten Versuche habe ich selbst sogleich nach ihrer Bekannt-wprdung wiederholt, indem ich einen Messingdraht durch eineenge Glasröhre zog, und diese vermittelst zweier Korke in eine