602 Elektromagnetismus.
gen eine bedeutende Unterstützung bat. Jeder Querschnitt deselektrischen Leiters bildet sonach eine Fläche, in welcher umden Mittelpunct des elektrischen Stromes die entgegengesetztenmagnetischen Pole liegen, deren Zahl von den Anhängern die-ser Ansicht sehr verschieden angegeben wird. Alle diese man-nigfaltig modificirten Theorieen haben mit Oersted und Fa-badav den Vorzug gemein, dafs sie von dem ersten F'unda-mentalversuche bei ihren Erklärungen ausgehen, und sie lassensich bei allen Abweichungen von einander zur leichteren Ueber-sicht doch deswegen füglich zusammennehmen, weil sie minde-stens in einem, wesentlichen Puncte mit einander Übereinkom-men. Ueber das eigentliche Wesen der Elektricität und desMagnetismus und die Erzeugung des letzteren durch erstere er-klären sie sich nicht weiter, als dafs sie beide für verschiedenePotenzen halten, und die dargebotenen Erscheinungen selbstals gegebene Thatsachen ansehen. G. G. Schmidt änfsertsich hierüber am bestimmtesten, indem er sagt 1 : „dafs der elek-trische Strom immer transversalmagnetisch erregend wirkt, undzwar in Beziehung auf seine Richtung nach derselben Seite im-mer dieselbe Polarität erzeugend, das kann nicht weiter erklärtwerden, wie so vieles andere in der Physik. Es ist Thatsache.“Etwas über die Sache selbst entscheidend drückt sich Seeeeck 2aus, wenn er annimmt, dafs nicht die EleLlricilät an sich , nichtdas lleraustreten derselben aus ihrem IndijJ'erenizuStande oderdie Trennung des -f - und — den Magnetismus hervorrafe, son-dern die hierdurch bewirkte Veränderung im Innern der Kör-per. Könnte durch die blofse Ausgleichung von -f- und — E.Magnetismus erregt werden, so würden auch diejenigen Leiterderselben sich magnetisch zeigen, durch welche sie still hin-strömt, welches nicht der Fall ist, und es kann daher dieseWirkung nur dann statt linden, wenn die Metalle auf eine solcheWeise verändert werden, dafs sich Erwärmung, Schmelzungu. dgl. offenbaren. Dafs in den Metallen, wenn die Reibungs-Elektricität auch in geraumer Zeitdauer und bedeutender Stärkedurch Spitzen in sie ein - und ausströmt, kein Magnetismus er-regt wird, spricht allerdings sehr für diese Ansicht; wenn manaber berücksichtigt, dafs selbst die langsamen und schwachen