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Erde.
lö Graden abstehen, in der Vorstellung aber denkt man sichdurch jeden gegebenen Ort auf der Erdoberfläche einen solchenParallelkreis, dessen Abstand vom Aequator in Theilen deszwischen beiden liegenden Bogens nach der Kreistheilung ge-messen wird. Indem aber auch die geographische Breite 1 aufgleiche Weise gemessen wird, so fallen beide zusammen undalle auf dem nämlichen Parallel liegende Oerter haben daherauch eine gleiche geographische Breite, wodurch die Lage der-selben rücksichtlich ihres Abstandes vom Pole oder vom Aequa-tor bestimmt ist. Minder scharf ist folgende Bestimmung. Wennman durch diejenigen Puncte, wo die Sonne bei ihrer gröfstennördlichen und südlichen Abweichung im Zenith steht, einenParallelkreis vom Himmel auf die Erde überträgt, so erhält manAie JWendekreise, und wenn man in einem gleichen Abstandevon den Polen , als der Abstand dieser Kreise vom Aequator be-trägt, gleichfalls zwei Parallelkreise zieht, so nennt man diesej Polarkreise , durch welche vier Kreise die Oberfläche derErde in fünf Kugelzonen oder Erdgürtel getheilt wird, diesich durch die Länge und Kürze der Tage sowohl, als auchdurch ihre ungleiche klimatische Beschaffenheit auffallend voneinander unterscheiden.
So wie durch die genannten Parallelkreise oder die geographische Breite die Lage eines }eden Ortes auf der kugelförmiggedachten Erde rücksichtlich auf die Pole und den Aequator ge-nau bestimmt ist, eben so mufs dieses auch in einer hierauf loth-rechten Richtung der Fall seyn. Um dieses zu erreichen, die-nen die schon erwähnten Meridiane , oder gröfste Kreise,welche durch beide Pole und jeden gegebenen Ort gezogen, denAequator rechtwinklich schneiden. Sie sind nach der Kreisein-theilung in Grade , Minuten und Secunden in der Art getheilt,dafs sie aus vier Quadranten bestehen, deren jeder mit 0° imAequator anfängt und mit 90° in einem der beiden Pole endet.Diese Eintheilung ist dadurch begründet, dafs die Erdaxe eineunveränderliche Richtung gegen das Himmelsgewölbe und diedaran befindlichen Sterne hat, und hierdurch verlängert zurWeltaxe wird, um welche sich die hohle Himmelskugel schein-bar umwälzt. Der Aequator dagegen , und somit auch die ge-
1 Vergl. Breite Th. 1. S. 1196.