Band 
Dritter Band. E.
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Gestalt und, Gröfse.

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sammten Parallelkreise, sind fortlaufend als ganze Kreise nachder bei dieser üblichen Theilung getheilt, und es würde alsojeder Punct auf der Oberfläche der Kugel durch diese beidensich rechtwinklich schneidenden Coordinaten bestimmt seyn,wenn nur irgend ein fester Anfangspunct im Aequator vorhan-den wäre, von welchem an nach der einen oder der andernßeite hin die Grade und deren Theile im Aequator gezählt wer-den könnten, d. i. wenn der erste Meridian bestimmt wäre.

Es ist in der That etwas Auffallendes, dals bei der son-stigen aufserordentlichen Schärfe und Bestimmtheit in der Ma-thematik und Geometrie über den ersten Meridian so viele Un-bestimmtheit herrscht. Die Ursache hiervon liegt theils in einermit dieser Sache an sich verbundenen Willkür, theils undhauptsächlich aber darin, dafs die seefahrenden Nationen es be-quem fanden, die astronomischen Längenbestimmungen auf vor-züglich besuchte Häfen oder eigene bedeutende Sternwarten zuredlichen. Hierdurch ist indefs einmal eine grenzenlose Ver-wirrung in diese Sache gekommen, wovon ein sprechenderBeweis schon dadurch gegeben wird, dals die spanischen Char-ten allein nach 7 verschiedenen ersten Meridianen graduirt sind,nämlich Cadix, Carthagena, Insel Leon, Collegium der Adli-gen zu Madrid , Punta de la Galera auf Trinidad, Teneriffa und Ferro 1 . Die am meisten vorkommenden ersten Meridianesind der von Ptolemäus angenommene , welcher durch die Ca-narischen Inseln geht 2 , und bestimmter der durch die InselFerro, welcher die alte und neue Welt trennt, oder eigentli-cher die Grenze der ehemals bekannten Erdtlieile bildet, unddaher eeeenwärtis seine Bedeutung verloren hat. VerschiedeneLandcharten aber, welche von diesem ersten Meridiane an gra-duirt sind, geben die Lage dieser Insel unrichtig an, z. B.Doppelmaik setzt sie 22°,5 westlich von Paris. Der CardinalRichelieu berief 1634 eine Gesellschaft Mathematiker zusam-men, um den ersten Meridian zu bestimmen, und diese nah-men den durch Ferro gehenden an, welchen de l’Isle zu 20°westlich von Paris bestimmte 3 . Inzwischen wird die Lage von

1 V. Zach in Monatl. Corr. XVIII. 517.

2 La Place Exposition du Systeme du Monde 5me ed. Par. 1824.2 vol. 8. I. 129.

3 J. T. Mayer prakt. Geom. IV. 93.