Band 
Dritter Band. E.
Seite
913
JPEG-Download
 

913

Pendelbeobaciitungen.

ben 1 . Minder nicht darf mit einem hohen Grade der Zuver-sicht behauptet werden, dafs die Krümmung der verschiedenenMeridiane gleichfalls Von einander nicht merklich abweicht, unddie Erde also ein regelmäfsiges elliptisches Sphäroid(Ellipsoidede revolution) ist. Wenn manche früher geneigt waren, die-sen theoretisch wahrscheinlichen Satz zu bezweifeln, so geschahdieses in Folge der geringen Uebereinstimmung, welche dieResultate der verschiedenen Messungen darboten, indem Sabine 2vollkommen Recht hat, wenn er solche Ungenauigkeiten nurfür geeignet hält, die Sache zu verwirren.

4. So viel aber hierdurch gewonnen ist, so bleibt doch al-lezeit noch die Hauptfrage zu erörtern , nämlich welches er -hältnifs der Erdaxe zum Durchmesser des Aequators aus denPendel messuntren wirklich folge. Die Beantwortung derselbenberuhet auf zwei Stücken, nämlich der Genauigkeit der Mes-sungen selbst , und der Zulässigkeit des Clairaut ’schm Theo-rem''s. Vorläüfig kann nicht unbemerkt bleiben, wie auchSabine sagt, dafs diejenige Gröfse der Abplattung, um welchealle einzelnen Bestimmungen derselben sehr nahe liegen, genaumit dem Verhältnifs der Schwungkraft zur Schwere unter demAequator zusammenfällt, welches zuverlässig auf ein in der Zu-kunft wahrscheinlich noch aufzulindendes nothwendiges Natur-gesetz deutet.

Die Genauigkeit der Beobachtungen zuvörderst scheint überjeden Zweifel erhaben, und das Zutrauen zu denselben gewinntum so mehr, je sorgfältiger man das Einzelne prüft. Insbeson-dere gilt dieses Urtheil von derjenigen Reihe, welche wir dem

1 S. Ann. 'Oh. Ph. XVI. 397. XXX. 347. Connaiss. des Tems.1S28. p. 246. Fkevciset Voyage autour du Monde cet. 1826. p. 45.

2 a. a. O. p. 354.: inexact experiments have tendcd but to per-plex, and even to mislead. Es darf hier jedoch nicht unbemerkt blei-ben , dafs auch Dn. Tiauks aus seinen chronometrischen Messungen,verglichen mit geodätischen auf eine Ungleichheit in der Krümmungder Erde geführt wurde, damit die Sache bei ihrem jetzigen Stand-puncte künftig noch näher untersucht werde. S. Phil. Mag. 1824,Apr. p. 311. Fkevcinet’s Pendelbeobachtongen und die oben erwähn-te» letzten Messungen von Längengraden in Frankreich und Italien führen auf ein gleiches Resultat. Iudefs bin ich im Ganzen geneigt,die Erscheinungen , woraus eine Unregelmäfsigkeit der Krümmung zufolgen scheint, theils Bcobachtungsfehlern, theils localen Anziehun-gen beizumessen.

III. Bd. M m m

l