Band 
Dritter Band. E.
Seite
922
JPEG-Download
 

922

Erde.

Ohngefähr zwei Jahre später bestimmte Huyoens 1 die Ab-plattung nach ähnlichen Grundsätzen, indem er zwei Säuleneiner gleichartigen Flüssigkeit annahm, welche durch die ver-einten Wirkungen der Schwere und Schwungkraft im Gleichge-wichte seyn sollten. Die Centrifugalkraft beträgt unter dem1

Aequator __ der Schwere = k, und um diese Grölse mufs also

die Schwere dort vermindert seyn. Diese Verminderung ist aberrücksichtlich auf den Druck der angenommenen Wassersäulenden Abständen der einzelnen Theilchen vom Centro direct pro-portional, mithin im Mittelpuncte selbst = 0 auf der Oberfläche

1

unter den* Aequator = 1, im Mittel also =— k, weswegen die

•j '

Länge der in der Erdaxe liegenden Säule BC =5 1 — — k

= 1— ^ der andern AC seyn mufs, welches als ein Verhält-

578

nifs der Erdaxe zum Durchmesser = 577 2 578 , und eine Ab-

plattung = giebt.

Nach Hutgexs 2 wächst ferner die

Schwere vom Aequator nach den Polen den Quadraten der Sinusseder Breite proportional, und wird unter dem Pole =1 + 2 k,wenn sie unter dem Aequator = 1 ist, wogegen Newton das5

Verhältnis 1:1 4-k annimmt. Dabei ist es merkwürdig, dafs

4

nach beiden Theorieen die Summe der Gröfse der Abplattungund der Zunahme der Schwere am Tole, die unter dem Aequa-tor als Einheit angenommen = k ist. Hungens wollte ei-gentlich die Aufgabe allgemein auflösen, und diejenige Curve

1 Hccekii Opera ed. s’Gravesande. L. Bat. 1724. Tom. III. p. 99.Dessen Opera reliqua T, I. de causa gravitatis. Discours de la causode la Pdsanteur p. 157. Mairan unterschied die ursprüngliche Ge-stalt der Erde als flüssig gedacht im Zustande der Ruhe, in welchemsie die Kugelgestalt haben mufste, von der späteren durch ihre Rota-tion enthaltenen. S. Mäm. de l’Ac. 1720. DaA sie als ruhend zurErzeugung des Gleichgewichts ihrer Tlieile die runde Gestalt anneh-men mufste, bewiesen aufserdenx Hermakx s. Phoronomia L. II. prop.82, p. 364; KnAFT in Com, 80 c. l’et. VIII. 224. u. a.

2 La Place a. a, O. p, 5.