Dichtigkeit. 943
zu grofs finden, wenn man den bedeutenden Wassergehalt der.Erde besonders hervorheben wollte. Allein La Place hat an-derweitig gezeigt, dafs das Meet nicht sehr tief, im Mittelschwerlich über eine halbe Meile ist, und wollte man dessenTiefe auch zu einer ganzen Meile setzen, so betrüge dieses erstden SCOsten Theil des Halbmessers. Nimmt man die schwere-ren basaltischen und vulcanischen Massen hinzu, so wird jeneAngabe nicht zu grofs erscheinen, und beide Werthe kommendemnach der Wahrheit näher, als sich bei so verwickelten Un-tersuchungen erwarten liefs. Ivoky dagegen legt die neuerdingsdurch Sabine gefundene Abplattung' zum Grunde, nimmt diemittlere Dichtigkeit der Erde = 5,48 an, und findet dann dieder Oberfläche = 2,88) also nahe genau wie die des BergesShehalliem Allein jene erste Gröfse ist sicher zü grofs, indemdie mittlere Dichtigkeit der Erde nicht füglich gröltser als höch-stens = 5 angenommen werden kann, und die letztere ist wahr-scheinlich zu klein. Inzwischen gesteht Ivort selbst zu, dafsvollkommene Gewifsheit. auf diesem Wege nicht zu erlangensey, und auch La Place berücksichtigt insbesondere unsereUnbekanntschaft mit der Temperatur, welche dem Innern derErde zugehört. Wenn man dieses letztere Argument gehörigwürdigt, nämlich dafs die Temperatur des Erdkernes schwer-lich jemals ausgemittelt werden wird 1 , und berücksichtigt, dafses noch sehr problematisch ist, ob das Gesetz der Verminde-rung des Volumens fester Körper durch einen Drnck Von so un-geheurer Grölse, als die oberen Lagen des Erdballs auf die un-teren muthmafslich ausüben, sich durch Versuche bestimmenlasse 2 , so erkennt man in diesen beiden Ungewifsheiten ganzunüberwindliche Hindernisse einer vollständigen Lösung desschwierigen Problems auf dem angegebenen ^ ege. So vielfolgert inzwischen La Place mit Recht als Sicheres Resultatder vielen scharfsinnigen Untersuchungen, dafs in Gemäfsheit
1 Vergl. den folgenden Abschnitt.
2 Ein Ungenannter in London macht verschiedene Einwendun-gen gegen die Voraussetzungen La Place’s über den Grad der Zu-sammendrückung , welchen die festen Theile im Innern der Erde er-leiden, und die daraus folgende wahrscheinliche Dichtigkeit. S. Bibi,univ. XV, 3. Allein diese treffen die'Sache nicht, da jener grofseGeometeT seine, übrigens immer sehr wahrscheinlichen Annahmenallezeit blofs als Hypothesen betrachtet hat.