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Dritter Band. E.
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Temperatur der Kruste.

Aus den bisherigen Untersuchungen ergiebt sich als End-resultat, dafs zwar die Bestimmung der Temperatur der äufse-ren Erdrinde keineswegs so ganz unsicher ist, als die des Erd-kernes, dennoch aber gar manchen Schwierigkeiten unterliegt,wenn man vollkommene Genauigkeit verlangt. Eben dieseshaben auch schon andere Physiker gefunden *. Sie aus derTemperatur der Höhlen', der Schachte oder tiefer Keller zu fin-den, ist wegen mancher äufseren Einflüsse, namentlich der Luft-strömungen etwas unsicher. So fand v. Humboldt in den Mi-nen der Andes südlich vom Aequator in einer Höhe von 3700Met. 13°,7 bis 14°,2 C. bei einer äufseren Temperatur von— 2°j5 und -f- 8°j in Micuipampa in einem Bergwerke Peru’sauf 1000 Met. Höhe 18°,7 ; in den Kalkhöhlen von Cuba 22°,5-Die Untersuchung der Quellen läfst gleichfalls einige Unge-wifsheit zurück, v. Humboldt fand in der Provinz Caraccasund in den Ebenen von Rom die Quellen stets 4 bis 5° kalterals die mittlere Temperatur der Oerter, und hiernach bleibt alsofraglich, nach welchem Gesetze die gefundenen Gröfsen jeder-zeit corrigirt werden müssen.

Das beste Mittel zur Bestimmung der mittleren Temperaturscheint mir die Beobachtung von Thermometern , welche un-gleich tief in die Erde gesenkt sind. Die oben erwähnten, vonmir seit einigen Jahren beobachteten, in 1,5; 3 und 5 F. Tiefebefindlichen 1 2 , wovon ich das tiefste durch A und die folgen-den durch B und C bezeichnen will, gaben im Mittel aus ganzjährlichen Beobachtungen in Graden nach II.

1822 A = 9°,81; B == 10°,17; C = 9°,98

1823 A = 8,27; B = 8,46; C = 8,20

Man ersieht schon aus diesen wenigen Resultaten, dafs erstlichdie warmen Jahre eine weit gröfsere Wärme geben als die käl-teren , und die einzelnen Beobachtungen der Quellen daherkein genaues Resultat versprechen. Zweitens sind zwar dieTemperaturen der äufsersten Erdrinde und der nur 5 Fufs tiefenSchicht im Mittel eines ganzen Jahres einander gleich, alleinbei warmen Jahren erhält doch die obere Kruste in 1,5 F. einegröfsere Wärmemenge, als die in 5 F. tief befindliche, waraus

1 v. Humboldt a. a. O.

2 Eine nähere Beschreibung derselben und der damit erhaltenenResultate s. Temperatur, Daselbst werde ich mich auch über die Dif-ferenz des mittleren Thermometers erklären.