Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Östreich und die Türkei zur Zeit Ahmed Köprili's. 559

weil die beiden Commandanten von den Ungarn und Deutschenunter ihren Truppen zum Capituliren gezwungen wurden. Die Be-satzung erhielt sreien Abzug mit allen militärischen Ehren. AuchNeutra, Novigrad, Lewenz und Freistädtl wurden erobert. Zugleichstreiften zahlreiche Horden wilder Tataren in Nieder-Ungarn undin Mähren umher, und diese schleppten noch in demselben Jahreetwa hunderttausend Ungarn in die Sklaverei.

Montecuculi suchte seinen Ruhm im bloßen Manövriren,das er allerdings vortrefflich verstand. Dagegen war NikolausZriny der einzige Mann, welcher den Türken mit Heldenmuth ent-gegentrat. Dieser machte sein Schloß Serinwar zum Sammelplatzder ungarischen National-Macht, an deren Spitze er selbst als Banvon Kroatien und als Generalissimus der Ungarn stand. Nebenihm befehligte Graf Batthyani eine andere Abtheilung von Un-garn. Der General-Wachtmeister Prichard aber führte zwölftau-send Baiern und Graf Lest ie siebenhundert Fußgänger nebstsechs Fähnlein Piccolominischer Reiter. Das ganze Heer war drei-undzwanzigtausend Mann stark. Auch das ungarische Aufgebot waraufgesessen; es bestand aber aus solchem Gesindel, daß man sichgenöthigt sah, es wieder nach Hause zu schicken. Übrigens findetman eine Schilderung des kaiserlichen Heeres bei dem BiographenLeopold's, auf welchen wir verweisen * **) ). Am Schlüsse des Jahres1663 hatte endlich auch der deutsche Reichstag, auf welchen derKaiser selbst gekommen war, sich geregt und die Aufstellung einesReichsheeres, sowie dreifache sogenannte Römer-Monate als Bei-steuer beschlossen. Die Aussichten auf Erfolg waren jedoch soschlecht, daß der Kurfürst von Brandenburg den ihm angetragenenOberbefehl des Reichsheeres ablehnte. Doch hatte er aus Patrio-tismus schon früher zweitausend Mann tüchtiger Truppen nach Un-garn geschickt, welche in Verbindung mit der vom Kurfürsten vonSachsen gesendeten Hülfe bereits im vorigen Jahre bei Lewenzunter Touches rühmlich gekämpft hatten. Den Oberbefehl des Reichö-heereserhielt Markgraf Leopold Wilhelm von Baden, welcherkaiserlicher Feldmarschall war Über die demselben anzuweisende

*) liVaZnsr, kistoria Teopoläi ülagni, Lsesaris ^uZusti, vol. I. pLZ. 122.

**) Er war Eeneral-Feldmarschall. Graf Georg Friedrich von Waldeckward Feldmarschall-Lieuteuant, Herzog Ulrich von Würtemberg General der