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Geschichte der neueren Zeit.
6. Kaiser Leopold I., die Ungarn und die Türken vomVasvarer Waffenstillstände an bis zum KarlowitzerFrieden (1699).
Zu der Zeit, als der Waffenstillstand von Vasvar geschlossenwurde, war neben Portia und Pater Emerich noch Lobkowitz,welcher seinen Herrn an Frankreich zu verkaufen Pflegte, in Wienallmächtig. Dieser sollte auch 1665 eine nach Wien berufene Ver-sammlung der ungarischen Prälaten, Barone und Räche über-zeugen, daß der mit den Türken geschlossene Vertrag dem Reichevorcheilhaft sei. Er hatte jedoch bei der Vollziehung des ihm er-theilten Auftrages so wenig Glück, daß die Versammlung oder viel-mehr der Palatinus sogar eine Schrift einreichte, in welcher gerade >das Gegentheil ausgesprochen war. Die Ungarn erklärten in der- !selben den geschlossenen Frieden für gesetzwidrig, und forderten die !Zurückziehung aller deutschen Truppen aus ihrem Lande. Zugleichverlangten sie, daß die ungarische Krone von Wien nach Ungarn .zurückgebracht werde. Anstatt ihnen zu willfahren, ließ der WienerHof die Herren ohne alle Antwort, und legte außerdem auch nochdeutsche Besatzungen in die Orte, welche bisher keine gehabt hatten.Nikolaus Zriny kam um diese Zeit auf der Jagd ums Leben.
Sein Bruder, Peter Zri.np, welcher seinen Einfluß erbte, warunvorsichtiger als er, und zog seine jugendlichen Freunde in einganz abenteuerliches Complot. Dieses wurde sogar vom Groß-Vezier verlacht, den man zur Ausführung des tollen Planes hattebenutzen wollen. Zu den Verschworenen gehörte auch der jungeSohn des Fürsten Georg Ragoczy II., Franz Ragoczy, welchemdie kaiserlichen Minister seines Vaters Erbtheil vorenthielten, und !der sich 1666 mit Peter Zriny's Tochter Helena verlobte. Auch j
der Palatinus wußte um das Geheimniß der von den ersten Män- i
nern der Nation geschlossenen geheimen Verbindung. Es hieß so-gar , was wir jedoch nicht näher untersucht haben, daß schon imDecember 1666, als Leopold seiner Braut Margaretha Theresia,der Tochter PHLlipp's IV. von Spanien, nach Schottwien ent-gegenfahren wollte, drei der Verschworenen, Zriny, Nadasdiund Stephan Tököli, einen Anschlag auf sein Leben hattenleiten sollen.