Band 
[Fünfzehnter Band.]
Seite
584
JPEG-Download
 

584

Geschichte der neueren Zeit.

December, als er dieselben über die Donau und Save getriebenPatte, trat er den Rückzug nach Constantinopel an.

Die Türken wollten gleich im folgenden Frühjahr (1691) einenneuen Zug nach Belgrad unternehmen, um von dort aus in Ungarneinzubrechen; allein grade in diesem Jahre litt zuerst der Groß-Vezier an einem Augenübel, und nachher starb Sultan Suleiman,dem sein Bruder Achmed U. in der Regierung nachfolgte. Dadurcherhielt der Markgraf Ludwig von Baden Zeit, sich hinreichendzu verstärken. Sobald der Groß-Vezier im August mit mehr alsneunzigtausend Mann an der Donau erschienen war, marschirte derMarkgraf, welcher sechstausend Brandenburger und einige Regimen-ter Baiern an sich gezogen hatte, ihm von Peterwardein aus miteinem halb so starken Heere, als das türkische war, entgegen. Erzog mit Dünewald, welcher neben ihm commandirte, bis Semlin,wandte sich dort aber wieder zurück, um die Höhen von Salan-kemen zu besetzen. Dort würde er in Verlegenheit gekommen sein,weil die Türken, die am anderen Ufer siegreich gewesen waren, ihnvon seinen Magazinen in Peterwardein hätten abschneiden können.Der Groß-Vezier bestand aber darauf, daß die Höhen mit dem Säbelin der Faust erstürmt würden; und dies gewährte den Kaiserlichen dieGelegenheit, einen glänzenden Sieg zu erringen. Mnstapha Köprili,welcher selbst seinen stürmenden Truppen voraus sprengte, ward voneiner Flintenkugel getödtet. Schon sein Verlust allein war, obgleichMuftapha kein FeldherrnTalent besaß, unersetzlich für das türkischeReich; außerdem erlitten aber auch noch seine Truppen eine voll-ständige Niederlage. Sie verloren hundertundfünfzig Kanonen, undvon ihrem ganzen Heere entkamen nur dreißigtausend Mann nachBelgrad. Auch die Beute, welche die Sieger machten, war groß,wiewohl nicht glänzend. Übrigens fielen auch auf Seiten der Kaiser-lichen mehrere bedeutende Obersten und Generale bei Salankemen.

Im Jahre 1692 sicherte der Markgraf durch die Einnahme vonGroß-Waradein den Besitz von Siebenbürgen. Nachher wurde aberzwei Jahre lang nichts Glänzendes vollbracht, weil Ludwig vonBaden in Deutschland, Prinz Eugen von Savvpen in Italiencommandirte. Es zeigte sich übrigens damals, daß der Sieg beiSalankemen die Vortheile nicht gewähre, die man von ihm erwar-tet hatte; denn die Türken behaupteten sich im Besitze von Belgrad.