Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

weil er absichtlich zögerte. Noch ehe Wilhelm in England gelandetwar, hatte Jakob endlich Sunderland und dessen Beschützer, denPater Petre, entlassen; dadurch ward es jedoch dem Ersterenmöglich, dem Prinzen Wilhelm, nachdem er ihm im Geheimengedient hatte, jetzt auch öffentlich Dienste zu leisten.

Wilhelm erließ nach seiner Landung ein Manifest. Dieses machteanfangs keine Wirkung. Auch fand Wilhelm, als er am 9.November nach Ereter vorrückte, nur geringen Zulauf. Sobaldman jedoch sah, daß sein Heer nicht zahlreich genug sei, um Eng-land erobern zu können, begann man seiner Versicherung, daß erals Netter der Freiheit und Religion erscheine, mehr Glauben zuschenken. In Ereter fanden sich nur Lord Colchester, Warton, derjüngere Ruffel und Albington bei Wilhelm ein. Bald nachher er-schienen jedoch die Glieder der angesehensten Familien, und eineAssociation ward zu seinen Gunsten gebildet.

Jakob, der sich zu seinem bei Salisbury stehenden Heere begebenhatte, würde den Holländern, da er ihnen an Zahl sehr überlegen war,die Spitze haben bieten können, wenn er sie sogleich angegriffen hätte.Es fehlte ihm aber an Geistesgegenwart und an schnellem Ent-schlüsse. Er erlitt daher dasselbe, was in unseren Tagen Karl X.und Louis Philipp in Frankreich erlitten haben. Er hatte, schonehe er sich von London zum Heere begab, von allen Seiten herdie Nachricht erhalten, daß die angesehensten Herren, Obersten undGenerale und zuletzt sogar die Soldaten eines ganzen Regimentesübergegangen wären. Auch in Salisbury, wo er mehrere Tageblieb, erhielt er täglich Meldungen von Generalen und hohenOfficieren, die sich an Wilhelm's Heer angeschlossen hatten. Als erverzagend nach London zurückkehrte, begaben sich auch seine TochterAnna und ihr Gemahl Prinz Georg von Dänemark zu Wilhelm.Schon am 24. November sah Jakob sich gänzlich verlassen, währendWilhelm langsam gegen London vorrückte. Als letztes Auskunfts-mittel versammelte Jakob am 28. November einen großen Rathvon vierzig protestantischen Pairs, welcher über die Berufung einesParlaments und die'Abstellung der Misbräuche beschließen sollte.Drei Mitglieder dieses Rathes schickte er an Wilhelm, um mitdemselben zu unterhandeln. Er ward aber bald inne, daß miteinem kalt berechnenden Diplomaten, wie Wilhelm war, nichts