Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
Seite
13
JPEG-Download
 

Euglaud am Schlüsse des achtzehnten Jahrhunderts. 1Z

Seitdem nämlich im eigentlichen England der Grundbesitz an wenigetausend Familien gekommen ist, und seitdem die Fabriken fortwäh-rend viele Arbeiter in die Städte ziehen und wieder entlassen, hatsich die Zahl der blos vom Taglohn lebenden Menschen ins Unbe-grenzte vermehrt und zugleich das größte Misverhältniß in der Ver-theilung der Geldvermögens eingestellt. Eine sehr große Zahl desVolkes ist bettelarm geworden, und leidet durch die Armen-pflege, wie die neueste Untersuchung im Kirchspiel St. Pancraz be-weist, sogar in London selbst unaussprechliche Übel. Dagegen habenwenige Tausende das Geld in ihre Hände gebracht, und diese ge-nießen alle Vortheile der Kriege und der durch dieselben herbeige-führten ungeheueren National-Schuld, während die zum Behufe derZinsenzahlung vermehrten Abgaben, um sie einträglich zu machen,auf die ersten Lebensbedürfnisse gelegt und also gerade für denArmen drückend gemacht wurden. Die dritte Krankheit des brittischenStaates endlich ist das unnatürliche Verhältniß, welches in Irlandzwischen den Millionen hungernder Katholiken und einer kleinen Zahlprotestantischer Grundbesitzer von englischer Abkunft besteht.

Die englische National-Schuld ward im achtzehnten Jahrhundertdurch die Subsidien und Kriegskosten fortwährend ^vergrößert. Nach-dem sie bis zum Schlüsse des amerikanischen Krieges nach und nach aufzweimalhundertundsechsundvierzig Millionen Pfund Sterling gebrachtworden war (s. Th. XVI, S. 25 f., 248 und 318), erreichte siein den Jahren 1793—1803 die Summe von fast fünfmalhundertacht-undneunzig Millionen. Nachher stieg sie bis zum Jahre 1814 sogar auftausendvierundfünfzig Millionen. Die verderblichste Folge, welchedie Vergrößerung der National-Schuld hatte, war die Verminde-rung der Mittelklasse und die Vermehrung des eigentlichen Pöbels;denn der zunehmende Druck der Abgaben machte, daß nach und nachTausende verarmten. Diese müssen nach einem alten Gesetze in jederGemeinde durch die übrigen-Mitglieder derselben ernährt werden.Ihre Vermehrung bewirkte also auch eine fortwährende Zunahmeder Gemeindeabgaben, während zugleich Tausende von trägen Leutenjenes Armengesetz benutzten, um sich im Müßiggang ernähren zulassen. Man half sich deshalb später damit, daß man die Armuthgewissermaßen für ein Verbrechen erklärte. Es wurden nämlichüberall sogenannte Werkhäuser errichtet, in welche die Armen ge-