14 Geschichte der neueren Zeit.
sperrt wurden, um gleich den Gefangenen in unseren Strafanstaltenzu arbeiten.
Der Krieg mit Frankreich, dessen Kosten am Ende des achtzehntenJahrhunderts diesen Zustand der Dinge immer mehr verschlimmerten,war bis 1799 im Allgemeinen völlig national gewesen; denn erging aus englischen Vorurtheilen hervor, förderte den Handel unddie Seemacht England's, und schmeichelte dem brittischen Stolze.In Betreff des Landkrieges waren freilich die ungeheueren Summen,die man als Subsidien oder für die Bourbons und ihre Anhängerausgab, nutzlos verschwendet. Dagegen wurde aber der Seekriegfast ununterbrochen mit Ruhm geführt, und vermehrte nicht nur dieBesitzungen und die Seemacht der Engländer, sondern er vernichteteauch die maritimen Kräfte anderer Nationen. In Ostindien, inAfrika und in Westindien eroberten die Engländer französische, hol-ländische und spanische Colonieen. Zu gleicher Zeit unterwarfen siesich im ersteren Lande die vielen kleinen Herrscher des Dekan unddes Ganges-Gebietes, und 1799 erhielten sie auch Gelegenheit, denSultan Tippu Saib von Karnatik zu besiegen und zu berauben,welcher nebst seinem Vater Hyder Ali ihr hartnäckigster und mäch-tigster Gegner in Indien gewesen war. Die Engländer beraubtenaußerdem, wie wir sehen werden, die Franzosen ihrer Eroberungenund ihres Einflusses in der Levante. Sie zwangen ferner die nor-dischen Mächte zur Anerkennung ihres brutalen Seerechtes, und'be-wahrten sich bei ihnen ihren Einfluß und ihren Handel. Sie be-nutzten endlich Bonaparte's Unternehmen gegen Egppten, um sichnicht nur in den Besitz von Malta zu setzen, sondern auch den Fran-zosen die ionischen Inseln zu entreißen, welche dann für eine Re-publik erklärt und durch einen im März 1800 geschlossenen Vertragunter die gemeinschaftliche Schutzherrlichkeit Rußland's und der Türkeigestellt wurden. Was die Verluste der continentalen Staaten zurSee betrifft, so büßten die Franzosen im Kriege mit England biszum Jahre 1801 dreihundertachtunddreißig Kriegsschiffe ein, unterwelchen sechszig Linienschiffe und hundertdreiundsiebenzig Fregattenwaren, während zu gleicher Zeit die Holländer fünfundzwanzig Linien-schiffe und zweiundachtzig Fregatten verloren. Auch die Spanierhatten, obgleich sie stets dem Kampfe mit England auszuweichensuchten, doch Ende 1798 schon acht Linienschiffe und vierzehn Fre-