Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich. Bonaparte als erster Consul.

ränge geordnet erschienen, und bei der die alten rhetorischen Floskelnund Schmeicheleien wieder gehört wurdeu. Jetzt machte sich auch derEinfluß jener feinen Schmeichelei und Kriecherei geltend, welche imalten Frankreich ihre höchste Vollkommenheit erlangt hatte; und diesemEinflüsse vermochte selbst Bonaparte nicht zu widerstehen. Wie weitdie Schmeichelei schon zur Zeit des Consulats getrieben wurde, undwie sehr dadurch Bonaparte's Menschenverachtung gesteigert werdenmußte, kann man aus zwei Beispielen abnehmen, welche dem Jahre1802 angehören. Portalis, einer der ersten Staatsmänner inBonaparte's Umgebung, scheute sich nicht, ihm ins Gesicht zu sagen,daß an seine Person das Schicksal der Menschheit geknüpft sei, unddaß vor ihm die ganze Welt verstumme. Der damalige Präsidentdes Senats schmückte sogar eine feierliche Rede mit den Phrasenaus, Bonaparte's Namen allein sei eine Großmacht, Alles knüpfesich an die Person des ersten Consuls, dieser athme nur für dasGlück der Franzosen, des besten aller Völker u. dgl. m. Als Meisterim Schmeicheln zeichnete sich vor allen Anderen Fontänes aus, welcherbekanntlich Chateaubriand's Gönner und Muster war. Dieser roya-listische Emigrant gebrauchte, seitdem er auf Lucian Bonaparte's Be-treiben begnadigt und im Ministerium des Inneren angestellt wordenwar, seine Feder ebenso für die neue Regierung, wie er vorher inenglischem Solde für die Bourbons geschrieben hatte. Er war esauch, welcher am Schlüsse des Jahres 1801 als Mitglied des gesetz-gebenden Körpers das Wort Unterthanen mit so großer rhetorischerGeschicklichkeit zu vertheidigen wußte, daß es fortan gebräuchlichblieb. Da die neue Regierung Aussicht auf Reichthum, Glanz undGenuß eröffnete, so wurden neben einem Fontanes gleich anfangsauch alle diejenigen Leute Renegaten, denen es, wie den sämmtlichenBewunderern der Frau von Stae'l, einem Narbonne und Anderen,mit der Freiheit nie Ernst gewesen war. Zu diesen Leuten gehörteneinerseits die konstitutionellen oder demokratischen Sophisten, Juristenund Verschwender, wie Lebrün, Cambacörös, Maret und Tal-leyrand, und andererseits die demokratischen Generale Berna-dotte, Augereau, Brüne, Jourdan und Andere. Dagegengab es aber doch auch einige wenige Männer der Revolution, welche,obgleich sie beim neuen Herrscher Dienste nahmen, doch nicht schmeichel-ten. Man muß daher gestehen, daß es ein Beweis von Bonaparte's