Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der »eueren Zeit-

die Bestrebungen der englischen Aristokratie, der ohnedies die übrigenKlassen zu folgen gewohnt sind, eine National-Angelegenheit. Es würdezu weit führen, die Unvorsichtigkeiten und diplomatischen Fehler, welcheBonaparte in seinen Unterredungen mit Whitworth beging, näheranzugeben, da sie nur in Bezug auf den persönlichen Charakter desersten Consuls, nicht aber in politischer Hinsicht eine Bedeutunghaben; denn die Dinge hatten damals schon eine solche Gestaltangenommen, daß der Krieg unvermeidlich geworden war. Auchgalt es beiden Regierungen nur darum, den Schein zu wahren undin Betreff der Schuld des Fricdensbruches ihre Nationen zu blenden.

Am 11. Mai 1803 reifte Whitworth von Paris ab, und zehnTage nachher ward der Krieg von beiden Seiten erklärt. DieserKrieg wurde, weil beide Theile in gleicher Weise konsequent handel-ten und sich um Recht und Moral nicht kümmerten, von dem einenwie von dem anderen mit schreienden Ungerechtigkeiten begonnen.Bonaparte eröffnete die Feindseligkeiten damit, daß er, um demenglischen Könige zu schaden, dessen Kurfürstenthum Hannover be-setzte; er bestrafte also die Deutschen für das, was die Engländergesündigt hatten. Zugleich ließ er alle Engländer zwischen achtzehnund sechszig Jahren, die sich im Bereiche seiner Macht befanden,als Kriegsgefangene festnehmen und behandeln. Die englischen Mi-nister dagegen unterstützten die Plane der französischen Emigranten,und stellten ihrer Gewohnheit gemäß schon vor der KriegserklärungKaperbriefe aus, so daß sie im Augenblicke derselben viele franzö-sische und holländische Handelsschiffe wegnehmen konnten. Bonapartebegann übrigens wieder kolossale Rüstungen zu einer Landung inEngland zu machen, die er dann bis zum Herbst 1805 mit großenKosten fortsetzte, ohne daß es ihm, wie sich später zeigen wird, Ernstdamit war.

Das Kurfürstenthum Hannover, mit dessen Besetzung die Fran-zosen den Krieg eröffneten, hatte als bloßes Familien-Eigenthumdes Königs Georg III. und als ein zum deutschen Reiche gehörendesLand mit dem Zwiste zwischen England und Frankreich gar nichtszu thun. Dessenungeachtet nahm sich niemand dieses Landes gegendie schreiende Gewaltthat eines fremden Herrschers an, weil inDeutschland jede Regierung nur auf ihren eigenen Vortheil bedachtwar. Schon dieser Umstand zeigt, wie unglücklich das deutsche Volk