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Frankreich. Besetzung von Hannover.
war. Noch mehr aber gibt sich der jammervolle Zustand des deut-schen Reiches und die traurige Lage seiner Bürger in der Art undWeise zu erkennen, wie die hannoverische Regierung sich gegen dieeinbrechenden Franzosen benahm. Diese Regierung war eigentlicheine dreifache. Von London aus herrschte König Georg III., welcherjedoch nur zuweilen thätig war. Ebendaselbst residirtc der hanno-verische Premier-Minister, ein Herr von Lenthe, welcher im Na-men des Königs die Regierung leitete. In Hannover befand sichein aus den Herren von Arnswalde, von Kielmannseggeund von der Decken bestehendes Staats-Ministerium; dieses über-ließ aber die ganzejVerwaltung dem Kabinets-Rath Rudlof, einemManne des alten juristischen Schlendrians. An der Spitze desHeeres stand der Graf von Walmoden-Gimborn, dem eszwar an militärischem Muthe und an Erfahrung nicht fehlte, deraber weder Energie besaß, noch eines großen Entschlusses fähig war,weil er nach Art der Höflinge sich stets sorgsam hütete, Anstoß zugeben. Auch hatte er nur über etwa fünfzehntausend Mann zu gebieten,welche noch dazu weder vollständig gerüstet, noch insgesammt im Dienstewaren. Alle genannten Männer dachten, als bereits ein französischesHeer unter Mortier's Führung an der hannöverisch-holländischenGrenze aufgestellt worden war, an keine Vorbereitungen zum Schutzedes Landes, obgleich Bonaparte längst mit einem Einfalle in Han-nover gedroht hatte. Sie verließen sich sorglos auf Schrift undSiegel der Friedensverträge und des reichsfürstlichen Rechtes. NurKönig Georg war um sein Hannover besorgt, und rief den SchutzPreußen's an; Friedrich Wilhelm III. verweigerte aber seineHülfe, weil er Alles vermied, was den Franzosen unangenehm seinkonnte. Erst als im April 1803 der bevorstehende Auöbruch desKrieges zwischen England und Frankreich aller Welt klar vor Augenlag, ließ Lenthe. dem Grafen von Wallmoden befehlen, das Heer zurüsten; diesem ward jedoch dabei zugleich von Rudlof geboten, Alles,was Aufsehen erregen könne, zu vermeiden. Man stellte sich also,dem Landesherrn zu Gefallen, wie wenn man etwas thun wolle,that aber in Wirklichkeit nichts.
Als endlich aus den Anstalten, welche Mortier traf, die Absichtdesselben, in Hannover einzufallen, klar vor Augen lag, geboten diegnädigen Herren in Hannover durch eine am 16. Mai erlassene