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Frankreich. Dritter Coalitious-Krieg.
Von Wien aus konnte Mürat die nach Znaym zurückweichendenRussen von der Vereinigung mit Burhövden abhalten, wenn er Herrder großen Donau-Brücke an der Spitz wurde. Diese sollte zwarnach den ganz bestimmten Befehlen, welche der Prinz von Auerö-berg erhalten hatte, sogleich in die Luft gesprengt werden; Auers-berg war aber ein zweiter Mack. Obgleich nämlich Alles zur Aus-führung des Befehles so weit vorbereitet war, daß es nur seinesCommando-Wortes bedurft hätte, so ließ er sich doch von Mürat,Lannes und anderen französischen Generalen durch die Vorspiege-lung eines bereits abgeschlossenen Waffenstillstandes auf ganz unbe-greifliche Weise täuschen. Anstatt daher die genannten Generalenebst achtzehnhundert Mann, welche bereits ganz in seiner Gewaltwaren, gefangen zu nehmen und die Brücke sprengen zu lassen,übergab er diese vor den Augen seiner gerüstet dastehenden Division,welche dann kriegsgefangen ward. Man verurtheilte ihn dafürnachher zum Verluste seiner Ehren und zu einjährigem Festungs-Arrest. Mürat, Lannes und Soult marschirten, als sie sich derBrücke bemächtigt hatten, sogleich auf Znaym los, um dem herbei-eilenden Kutusow zuvorzukommen, während Bernadotte, welcherdie bisher von Mortier befehligte Abtheilung an sich gezogen hatte,ihn im Rücken zu beunruhigen suchte.
Am 15. November ereilte der Vortrab der Franzosen unterBelliard's Führung den General Kutusow bei Hollabrunn.Hier ließ sich dann General N o stitz, welcher eine östreichische Colonneführte, durch denselben Betrug, den man dem Prinzen Auersberggespielt hatte, bewegen, dem Kampfe der Russen und Franzosenunthätig zuzusehen. Um sich übrigens dieses Verfahren östreichischerGenerale einigermaßen erklären zu können, muß man wissen, daßnicht nur Eifersucht und Zwietracht zwischen den Östreichern undRussen bestand, sondern daß auch Kaiser Franz, dem die Fran-zosen-Freunde in seiner Umgebung vor den Russen bange machten,stets auf den Abschluß eines Friedens bedacht war, und dadurchseine Generale irre leitete. Kutusow wäre in Folge der Treulosig-keit des Generals Nostitz verloren gewesen, wenn nicht der bei ihmanwesende General Winzingerode, welcher von Alexander zuden letzten diplomatisch-militärischen Unterhandlungen in Wien ge-braucht worden war, die Franzosen mit ihrer eigenen Münze bezahlt