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Frankreich. Dritter Coalitions-Krieg.
"Für die AMrten lag Alles daran, daß Zeit gewonnen und jederentscheidende Schritt vermieden werde. Sie mußten sich also ausMähren entweder nach Ungarn, wo in kurzer Zeit ein sogenanntesJnsurrections-Heer auf die Beine gebracht werden konnte, oder nachOber-Schlesien, wohin Bennigsen's Marsch gerichtet war, zurück-ziehen. Statt dessen blieben sie nicht nur in Mähren stehen, sondernsie ließen sich auch durch Napoleon verlocken, eine Schlacht zu lie-fern. Dieser hatte, um den Charakter der Leute, welche den russi-schen Kaiser umgaben, kennen zu lernen, zum Scheine Unterhand-lungen angeknüpft, und seinen gewandten Polizei-Director Savarpin das russische Haupt-Quartier gesandt. Er erfuhr, daß in Alexan-ders Rath einige hitzige junge Leute das Übergewicht hätten, undauf diesen Umstand gründete er seinen Plan, die Alliirten zu einemTreffen zu bringen. Er ließ, als wenn er dem Kampfe ausweichenwolle, mehrmals rückgängige Bewegungen machen, und bewirktedadurch, daß die Russen am 2. December, um ihn anzugreifen, dievon ihnen inne gehabten Höhen bei Austerlitz räumten, welche denSchlüssel des Schlachtfeldes bildeten. Napoleon ließ diese Höhenrasch durch Soult besetzen, und nun erlitten die Russen trotz ihrestapferen Kampfes eine vollständige Niederlage. Schon um ein UhrNachmittags war das Schicksal der Schlacht, welche mit Tagesan-bruch begonnen hatte, entschieden und das russische Heer in vollemRückzüge begriffen. Kutusow verlor den größten Theil seines Heeresund fast zweihundert Kanonen. Die Zahl der Russen, welche ge-tödtet wurden, läßt sich nicht angeben, da die französischen Berichtedieselbe auf ebenso lächerliche Weise vergrößern, als die russischen sieverkleinern. Der Rest des geschlagenen Heeres zog sich nach Ungarnhin zurück.
15. Nächste Folgen der Schlacht bei Austerlitz.
Durch die Schlacht bei Austerlitz war der Ausgang des Kriegesselbst keineswegs entschieden. Allein Kaiser Franz ließ sich durchden Fürsten Johann von Lichten st ein und durch andere Leute,denen die Verbindung mit Rußland ein Dorn im Auge war, dazubringen, daß er die Lage der Dinge ebenso ansah, wie sie in Na-poleons Bülletins dargestellt war. Er suchte daher schnell Friedenzu schließen, und unglücklicher Weise bewog man ihn, mitten in
Schloffer's Weltgesch. f.d.d.V.xvm. 7