Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

Jahr später der Familie Napoleon's einverleibt. Im Januar 1806ward nämlich Napoleon's Stiefsohn, Eugen Beauharnais,welchen der Kaiser damals an Kindes Statt annahm, mit der älte-sten Tochter des Königs von Baiern, im April 1806 der Kurprinzvon Baden mit der von Napoleon adoptirten Nichte der KaiserinJosephine, Stephanie Beauharnais, im August 1807 aberNapoleon's jüngster Bruder Hieronymus mit einer würtembergi-schen Prinzessin vermählt. Bald nachher mußten die Thronfolgervon Baiern und Baden nach Paris kommen, um in die französischeRegierungsweisheit eingeweiht zu werden. Hier wohnten sie eineZeitlang den Sitzungen des Staatsrathes bei, und Napoleon scheutesich nicht, den Sprößlingen alter deutscher Herrschergeschlechter einenPlatz unter dem Erzkanzler Cambacöres und dem ErzschatzmeisterLebrün, also unter zweien seiner ephemeren Geschöpfe, anzuweisen.

Die drei neuen Vasallen Napoleon's in Deutschland machtensogleich ihre Souverainität gegen ihre Unterthanen geltend. Dochthaten Karl Friedrich von Baden und Maximilian I. vonBaiern Vieles zur Verbesserung der Zustände in ihren Ländern.In Baiern ward namentlich durch den Minister Montgelas dasPfaffen-Regiment beseitigt, wiewohl freilich nur um einer Militär-Regierung Platz zu machen. Dagegen wurde das würtembergischeVolk von seinem König Friedrich l. auf ganz orientalische Weisebehandelt. Dieser Fürst gebrauchte die erlangte Souverainität vomersten Augenblicke an zum Verderben seiner Unterthanen; und seindespotisches Regiment ward für dieselben doppelt drückend, weil ervon Hause aus ein energischer und kalt verständiger Mann war.Er schwelgte, prunkte und verschwendete mitten im größten Jammer,und verfuhr mit seinem Volke gerade so, als wenn dasselbe blosein Anhängsel seines Hofes wäre. Um als glänzender Herrscher zuerscheinen, schuf er aus Begünstigten einen hohen und niederen Adel,und richtete für ein Land, welches vorher von einem Kanzler undeinigen Räthen ganz leicht regiert worden war, großartige Ministe-rien mit Departements ein. Zur Sicherung und Durchführungseines tyrannischen Regiments ordnete er eine so vollkommene Beam-ten-Hierarchie und Polizei-Verwaltung an, daß gewissermaßen jederSchritt der Beamten und der Unterthanen vorgeschrieben, und diefrohherzigen, biederen Alemannen gleich einem Regiment Soldaten