Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Deutschland nach dem Preßbnrger Frieden.

im Leben und Wandel beschränkt wurden. Dabei war er jedochunter allen deutschen Fürsten der einzige, welcher seine Würde auchgegen Napoleon und dessen Generale zu behaupten suchte. Freilichthat er dies mit wenig Glück, weil jeder französische Officier diedeutschen Fürsten wie willenlose Diener seines Kaisers behandelte,und dieser ihnen darin Recht gab.

Ein anderer deutscher Vasall Napoleon's, der Erzkanzler undPrimas des alten Reiches, gab sich dazu her, einen Fremden zumdeutschen Fürsten und zum Oberhaupte der katholischen GeistlichkeitDeutschland's zu machen. Derselbe Karl von Dalberg nämlich,welcher noch im November 1805 einen patriotischen Aufruf an diedeutsche Nation erlassen und sie zur Bewahrung ihrer Einheit undihrer Verfassung ermähnt hatte, erklärte am 27. Mai 1806 demRegensburger Reichstage, daß er den Stiefoheim Napoleon's, denKardinal Fesch, zu seinem Coadjutor und Nachfolger ernannt habe.Vergebens protestirte Kaiser Franz, welchen Dalberg gar nicht ge-fragt hatte, gegen ein solches Verfahren; Fesch war und blieb derErbe des deutschen Primats und der deutschen Fürstenthümer Re-gensburg und Aschaffenburg.

Das südliche und westliche Deutschland hatten damals viel zuleiden, weil Napoleon vorgeblich wegen seines Zwistes mit Östreichüber Dalmatien, in Wahrheit aber um Preußen zu bedrohen, seineTruppen diesseit des Rheins hatte stehen lassen. Die unaufhörli-chen Einquartierungen und Durchzüge von Truppen und das Trei-ben der französischen Commissäre und Lieferanten steigerten die Nothso sehr, daß nach einem Getraidelande wie Baiern Korn geschicktwerden mußte, und daß Napoleon selbst eine Million Francs zurVertheilung unter die leidenden Schwaben und Baiern anwies.Beschwerden halfen nichts, und Drohungen hatten nur Demüthigun-gen zur Folge.

Für Preußen war selbst nach dem Preßburger Frieden nocheinige Hoffnung auf Rettung vorhanden, da Rußland und Englandihm ihre Hülfe anboten. Allein König Friedrich Wilhelm warwie immer zu keinem Wagestücke zu bewegen, und ließ sich deshalbvon Napoleon Alles bieten. Friedrich Wilhelm hatte zu seinem Un-glücke den treulosen Haugwitz, von dessen Schlauheit man Alleserwartete, an Napoleon geschickt, um diesem die im Vertrage vom