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Geschichte der neuere« Zeit.
3. November (s. S. 92) ausgemachten Forderungen vorzulegen.Obgleich es dabei auf Eile ankam, so ließ sich doch Haugwitz schonunterwegs von Bernadotte, welchem Napoleon deshalb Weisungengegeben hatte, aufhalten. Als er endlich am 28. November in Na-poleons Haupt-Quartier eingetroffen war, verschob dieser die ihm zugewährende Audienz bis nach der Schlacht bei Austerlitz. Erst am7. December ward Haugwitz endlich vorgelassen, und nun bot er,anstatt die ihm aufgetragenen Forderungen vorzulegen, Preußen'sVermittelung an. Napoleon ging auf dieses Anerbieten ein, machteaber zwei Bedingungen, wegen deren Haugwitz erst in Berlin an-fragen mußte. Hier hatte unterdessen die Nachricht vom Siege derFranzosen den Hof wieder in die Gewalt der französischen Parteigebracht, und Napoleon erhielt von seinem dortigen Gesandten La-forest die Nachricht, daß das preußische Kabinet nicht nur den Bei-stand der Russen und Engländer abgelehnt, sondern auch bei ihmden am 3. November geschlossenen Vertrag auf eine Weise entschul-digt habe, welche die größte Angst verrathe. Als daher Haugwitzam 13. December in Schönbrunn die zweite Audienz erhielt, nahmNapoleon einen ganz anderen Ton an. Er erklärte mit barschenund sogar groben Worten, daß er an Preußen wegen der vielenVerräthereien, die es gegen ihn geübt habe, furchtbare Rache neh-men könne, daß er aber großmüthig Alles verzeihen und vergessenwolle, wenn Friedrich Wilhelm sich durch unauflösliche Bande mitihm verbünden und als Unterpfand dieses Bundes Hannover gegenpreußische Landstriche eintauschen wolle. Zugleich suchte er nachseiner gewohnten Art den von ihm tief verachteten Haugwitz theilsdurch Schmeicheleien, theils durch drohende Vorstellungen in seineSchlingen zu ziehen. Der armselige Jntriguant ließ sich täuschen,und unterzeichnete, wie Graf St. Jülien im Sommer 1800 (s. Th.XVU., S. 495), ohne dazu bevollmächtigt zu sein, am 15. Decembereinen Vertrag, der ihm als unabänderliches Gebot vorgelegt wor-den war.
Kraft dieses Vertrages sollte das Kurfürstenthum Hannover anPreußen abgetreten werden, obgleich dasselbe kein rechtliches Besitz-thum des französischen Kaisers war, und gar kein Zweifel darüberwaltete, daß England diese Beraubung seiner Königsfamilie nie undnimmer anerkennen werde. Dagegen sollte Preußen Neufchatel und