Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Preußen nach dem Preßburgcr Frieden. 105

das Herzogthum Eleve mit Wesel an Frankreich, sowie das Fürsten-thmn Ansbach an Baiern abtreten. Außerdem enthielt dieser Ver-trag, welcher bis jetzt noch nicht im Drucke bekannt geworden ist,wahrscheinlich noch die Vorschrift, daß Preußen alles dasjenige an-erkennen müsse, was elf Tage später dem östreichischen Kaiser imPreßburger Frieden auferlegt wurde.

In Berlin hatte man, während Haugwitz in Schönbrunn gewis-senlos handelte, wieder mit England und Rußland angeknüpft, undnach Maßgabe der Vorschläge, welche Napoleon am 7. Decembergemacht hatte, neue Verhaltungsbefehle an Haugwitz geschickt. Diesekamen jedoch zu spät. Haugwitz hatte seiner Regierung weder durcheinen Courier, noch durch einen Brief von dem Geschehenen Mit-theilung gemacht, und erst als er selbst am 25. December in Berlinwieder ankam, wurde der von ihm geschlossene Vertrag dem Königebekannt. Friedrich Wilhelm gerieth in den größten Schrecken; an-statt aber den Vertrag entweder unbedingt zu bestätigen, oder nachdem Rathe der kühneren patriotischen Mitglieder des Ministeriumsunbedingt zu verwerfen und dann mit England, Schweden undRußland verbunden den Drohungen Napoleon's zu trotzen, entschloßer sich wieder nur zu einer halben Maßregel. Er ratificirte nämlichden Vertrag unter dem Vorbehalte, daß er Hannover nur proviso-risch in Besitz zu nehmen und Ansbach, Eleve, Wesel und Neufcha-tel nicht eher zu räumen brauche, als bis ihm Hannover von seinemrechtmäßigen Besitzer abgetreten werde. Mit dieser Erklärung wurdeHaugwitz nach Paris geschickt. Ohne jedoch abzuwarten, ob Napo-leon die ihm gestellte Bedingung auch annehmen werde, theilte mandieselbe den Engländern und der hannöverischen Regierung als eineausgemachte Sache mit, forderte die Alliirten zur Räumung Han-nover's auf, und zog die preußischen Truppen aus Franken zurück,während die französischen dort und in Süddeutschland stehen blieben.

In Paris ward Haugwitz wieder wie der Gesandte einer Machtempfangen, gegen die man sich Alles erlauben könne. Napoleonerklärte den Vertrag vom 15. December, weil derselbe nicht in derfestgesetzten Zeit ratificirt worden sei, für erloschen, legte dem Grafeneinen neuen Vertrag vor, und forderte die augenblickliche Unterzeich-nung desselben, widrigenfalls die französischen Truppen sich sogleichgegen Preußen in Bewegung setzen würden. Haugwitz gehorchte