Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

dem Gebote des Kaisers, und unterzeichnete am 15. Februar 1806den ihm vorgelegten neuen Vertrag; Napoleon dagegen ließ, nochehe derselbe in Berlin ratificirt worden war, Ansbach in Besitznehmen. Durch den Vertrag vom 15. Februar wurden die Be-stimmungen des früheren Vertrages bestätigt, außerdem aber nochdem Könige von Preußen die Verpflichtung auferlegt, nicht alleinHannover ohne irgend einen Vorbehalt in Besitz zu nehmen, sondernauch dadurch, daß er seine Häfen den Engländern verschließe, feind-selig gegen diese aufzutreten. Daß Napoleon das ihm von Preußenabgetretene Eleve und Wesel seinem Schwager Mürat schenkte,ist bereits angegeben worden. Ansbach erhielt der König von Baiernals Ersatz für Berg, welches zu Mürat's Großherzogthum geschlagenwurde. Neufchatel gab Napoleon zugleich mit dem Fürstentitel demMarschall Berthier.

Auch nachdem der neue Vertrag abgeschlossen worden war, ver-mochte Friedrich Wilhelm nicht, auf einem und demselben Wege zubleiben. Er suchte sich die Freundschaft mit Rußland und England,zu erhalten, und gab dies öffentlich dadurch zu erkennen, daß erwenige Tage früher, als er den Pariser Vertrag bestätigte, nachStettin reiste, um die heimkehrenden Russen vor sich vorüber ziehenzu lassen. Andererseits ließ er sich, als Hardenberg im Moniteuraufs gröbste angegriffen wurde und im heftigsten Tone darauf ant-wortete, durch die französische Partei in Berlin bewegen, seinenMinister der Besorgniß vor einem Kriege zu opfern. Hardenbergerhielt im April 1806 seinen Abschied, und Haugwitz ward deralleinige Leiter der Geschäfte, zum großen Ärger der Patrioten,welche laut ihren Haß gegen ihn aussprachen. Hannover wurdedurch ein Manifest vom 1. April für preußisches Besitzthumerklärt, das man von Napoleon, welcher durch Eroberung recht-mäßiger Besitzer desselben geworden sei, eingetauscht habe. Diesgab dann sogar dem Könige von Schweden Gelegenheit, Preußenzu beschimpfen. Gustav IV. hatte schon im Januar dem Regens-burger Reichstage erklären lassen, daß er nicht länger an den Be-rathungen desselben Theil nehmen könne, da diese Versammlungunter dem Einflüsse eines Usurpators stehe, und da einzelne Reichs-stände sich Ungesetzlichkeiten gegen die Reichsversassung erlaubten.Nachher zog er zwar seine Truppen über die Elbe zurück, behielt