Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich und England im Jahre 1806.

aber das zu Hannover gehörende Herzogthum Lauenburg besetzt,und räumte dasselbe nicht eher, als bis preußische Truppen ihnzurückdrängten. Er nahm hierauf gegen Preußen eine entschiedenfeindliche Stellung an, belegte dessen Schiffe mit Beschlag, undblokirte die preußischen Häfen, während Friedrich Wilhelm keineernste Maßregel gegen Schweden zu ergreifen wagte. Das Ver-halten beider Staaten gegen einander war um so schimpflicher fürPreußen, je mehr Beweise von zunehmendem Irresein Gustav IV.gerade damals gab. Dieser machte sich nämlich nicht nur durch dieArt, wie er bei jeder Gelegenheit seinen Haß gegen Napoleonäußerte, lächerlich, sondern er vernichtete auch die von ihm verbürgteständische Verfassung Pommern's, obgleich er selbst der größte Eiferergegen Usurpationen gewesen war.

Der von Preußen theuer erkaufte Besitz des KurfürstenthumesHannover ward sogleich höchst unsicher, weil Napoleon schon imApril Friedensunterhandlungen mit England anknüpfte, und dabeinicht die mindeste Rücksicht auf Preußen nahm. In England waram 23. Januar 1806 Pitt gestorben, und sein Tod hatte dieBildung eines neuen Ministeriums zur Folge gehabt, welches sozusammengesetzt war, daß die Wiederherstellung des Friedens mög-lich schien. König Georg UI. hatte nämlich niemand gefunden, derein Ministerium hätte zusammenhalten können, als Pitt's ehemaligenGenossen, Lord Grenville, der sich zwei Jahre früher von diesem ge-trennt, und als Mitglied der Opposition in Gemeinschaft mit ForAnträge auf die Emancipation der Katholiken gemacht hatte. Derfanatisch anglikanische König hatte daher nothgedrungen die Bildungdes neuen Ministeriums dem Lord Grenville übertragen; und dader Letztere unbedingt auf dem Eintritte von For bestand, so hatteGeorg auch diesen ihm tödtlich verhaßten Anhänger revolutionärerGrundsätze als Minister der auswärtigen Angelegenheiten annehmenmüssen (Februar 1806). For und seine Freunde hatten Pitt's bitterenHaß gegen Frankreich und gegen die Revolution nie getheilt, undwaren allein von allen englischen Staatsmännern in Bonaparte'sZeitungen immer gelobt worden; sie konnten daher auch leicht Unter-handlungen über einen Frieden mit Frankreich anknüpfen. Schonim März benutzte For einen zufälligen Anlaß, um mit Talleprandin Briefwechsel zu treten. Dies führte dann zu Unterhandlungen,