Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

Absicht, als Rußland von England abzuziehen und eine Annäherungdes Letzteren an Preußen zu verhindern. Der russische Bevollmäch-tigte schloß zwar, um Östreich und Preußen aus der drohendenGefahr zu reißen, schon am 20. Juli einen besonderen Friedensver-trag mit Frankreich; allein mittlerweile hatte Budberg, welchervon ganz anderen Ansichten ausging, als Czartorinsky, im RatheAlerand er's das Übergewicht erhalten, und dieser bewirkte die Ver-werfung des geschlossenen Vertrages. Im englischen.Ministeriumendlich, welches aus den verschiedenen Parteien gemischt war, saßenneben For und seinen Freunden auch wüthende Franzosen-Feinde.Diese legten dem Abschlüsse eines Friedens alle möglichen Schwie-rigkeiten in den Weg; und wenn auch die Unterhandlungen selbstdann noch fortgesetzt wurden, als For am 13. September 1806gestorben war, so war doch an keinen Frieden zu denken.

Während der Zeit dieser Unterhandlungen lastete ein harter Druckauf Deutschland, und die Fürsten wie die Unterthanen wurden vonden Franzosen mit gleicher Rücksichtslosigkeit und Brutalität behan-delt. Napoleon erklärte ohne Weiteres Wesel für eine Festung desfranzösischen Reiches. Sein Schwager Mürat nahm drei zu Preu-ßen gehörende Abteien in Besitz. In Schwaben, Baiern, Frankenund am Rhein verfuhren einDavoust, einSoult, einBerthiermit den Deutschen ebenso, wie während der Schreckenszeit die Leiterder Dinge in Frankreich selbst verfahren waren. Patriotisch gesinnteMänner wurden verfolgt. Zwei Buchhändler wurden durch fran-zösische Soldaten verhaftet, weil sie Schriften, welche gegen Frank-reichs Übermacht gerichtet waren, verbreitet haben sollten. Dereine von ihnen, Schröder, erhielt nur auf dringendes Bitten desKönigs von Baiern Gnade; der Andere aber, Palm aus Nürnberg,wurde von Berthier nach Braunau geschleppt, dort durch ein fran-zösisches Kriegsgericht zum Tode verurtheilt und dann erschossen.Alles dies fanden und finden noch jetzt die Franzosen ganz in derOrdnung, weil es sich dabei um ihren Götzen und um die Ehre dergroßen Nation handelt. Sogar einer der wackersten und verständig-sten Berichterstatter der Napoleonischen Zeit, Thibaudeau, scheut sichnicht, den an Palm verübten politischen Mord durch die Erklärungzu rechtfertigen, daß es lächerlich wäre, ein Unrecht in einem Richter-spruche zu finden, der von sieben französischen Obersten gefällt worden sei.