Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Deutschland. Stiftung des Rheinbundes. HZ

Im Juli 1806 wurde endlich das deutsche Reich selbst über denHaufen geworfen, und an seine Stelle ein mit dem Namen Rhein-bund bekleideter Staaten-Verein gesetzt, welcher dazu dienen sollte,die Kräfte Deutschland's für Frankreich besser und leichter als bishernutzbar zu machen. Napoleon hatte seine Absicht, das deutsche Reichganz umzugestalten, schon im Preßburger Frieden angedeutet (s. S.99). Im April 1806 beauftragte er seinen Talleprand, ihmVorschläge über die Ausführung des Planes zu machen, den er inBetreff des deutschen Reiches entworfen hatte. Dieser Plan bestanddarin, daß neben dem aus Deutschland verdrängten östreichischenStaate und neben dem nördlichen Deutschland, welches bei Preußen'sOhnmacht ganz schutzlos war, ein französisches Deutschland gebildetwerden sollte. Sobald die Sache anfing, ruchbar zu werden, wie-derholte sich jener schmähliche Handel um Land und Leute, welchernach dem Lüneviller Frieden Statt gefunden hatte (s. S. 56 ft).Ja, er ward sogar auf eine noch empörendere Weise getrieben. DerNapoleonische Staatsrath Thibaudeau sagt geradezu, er wisse nichtzu sagen, wer im Mai, Juni und Juli 1806 niederträchtiger gehan-delt habe, ob die deutschen Fürsten und die sie umgebenden Leuteder alten Adelszeit, oder die seit 1799 vornehm gewordenen Fran-zosen ohne Ahnen. Deutsche Fürsten bettelten und schacherten wiederbei den Pariser Machthabern, und diese nahmen die Gelegenheitwahr, um sich durch Bestechlichkeit unermeßliche Reichthümer zu ver-schaffen. Das Hauptwerkzeug, dessen sich Talleprand damals beider Gründung des neuen französisch-deutschen Reiches bediente, warder erste Kurfürst des alten Reiches, der Erzkanzler und PrimasKarl von Dalberg. ZumDanke für seine Dienstfertigkeit wurdeer nicht nur selbst mit dem neuen Titel Fürst Primas zum Vorsitzerder Versammlungen des Rhein-Bundes ernannt, sondern man machteauch seinen Schwestersohn, den Grafen von der Leyen, zumsouverainen Fürsten, während der mit dem Könige von Preußenverschwägerte Fürst von Thurn und Taxis seiner Selbststän-digkeit beraubt ward.

Im Juli 1806 wurde die Acte des Rheinbundes den in Parisbefindlichen Gesandten der einzelnen Bundesglieder zur Unterschriftvorgelegt, jedoch so, daß jeder nur die seinen Herrn betreffendenArtikel lesen durfte. Nachdem hierauf am 17. Juli die UrkundeSchlossers Weltgesch. f. d. d. V. xvm. 8