Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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114 Geschichte der neueren Zeit.

bekannt gemacht worden war, übergab am 1. August der französische lGeschäftsträger in Negensburg dieselbe dem Reichstage, und dieMitglieder des Bundes kündigten diesem ihren Austritt aus demdeutschen Reiche an. In Folge dieses Schrittes legte auch KaiserFranz am 6. August die deutsche Krone nieder, und das tausend-jährige Reich löste sich auf.

Der Rheinbund oder das neue französische Deutschland, dessenGebieter Napoleon unter dem Titel Protektor war, bestand ausden Königen von Baiern und Würtemberg, aus den Fürsten vonBaden und Hessen-Darmstadt, die sich fortan Großherzoge nannten,aus dem Fürsten Primas, aus dem Großherzoge von Berg, ausden Fürsten von Nassau-Usingen und Nassau-Weilburg, welche denHerzogs-Titel annahmen, und aus mehreren kleineren Herren, denendie Gunst des französischen Kaisers und seiner Leute diesen Vorzuggewährte. Alle übrigen im Bereiche des Bundes begüterten Herrenwurden mediatisirt, d. h. jeder von ihnen ward der Hoheit des-jenigen Rheinbrmds-Fürsten unterworfen, von dessen Land sein Ge-biet umgeben war. Auf dieselbe Weise verloren auch die Reichs- ^ritter, sowie die beiden noch übrigen Reichsstädte in Süddeutschland, ^Frankfurt und Nürnberg, ihre Selbstständigkeit. Von denLetzteren wurde die eine dem Fürsten Primas, die andere dem Kö-nige von Baiern übergeben. Die Zahl der Mitglieder des Bundesward von Zeit zu Zeit erweitert, da man jeden, der an der Unter-drückung seines Vaterlandes Theil nehmen wollte, in denselben auf-nahm. Zur Beschützung des Bundes und seiner Glieder versprachNapoleon, so oft es nöthig sei, zweimalhunderttausend Mann zu schicken.Dagegen mußten aber auch alle Bundesfürsten ihre Truppen stetszum Dienste Frankreichs bereit halten, und Napoleon selbst bestimmtedie Stärke der einzelnen Contingente.

Die Stiftung des Rheinbundes und die Auflösung des deutschenReiches hatten die unmittelbare Folge, daß Preußen isolirt und seineRettung von der Gnade des Czaaren der Slaven abhängig gemachtwurde. Damit Friedrich Wilhelm diese Gnade nicht eher an-rufe, als bis Napoleon den Krieg gegen ihn völlig gerüstet habe,warf man den Leitern des preußischen Kabinets einen neuen Köderhin. Der französische Gesandte in Berlin gab nämlich mündlich den !Wink, daß man ja auch einen norddeutschen Bund unter Preußen's ^