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Geschichte der neueren Zeit.
für den systematischen Druck der Franzosen gebrauchen ließen. Deram 11. December 1806 mit dem Knrfürsten von Sachsen abge-schlossene Frieden verschaffte diesem den königlichen Titel, machteihn durch seine Aufnahme in den Rheinbund zum französischen Va-sallen, und verpflichtete ihn zur Theilnahme am Kriege gegenPreußen. Auch die sächsischen Herzogthümer, welche am 15. De-cember einen Vertrag mit Napoleon schloffen, wurden in den Rhein-bund aufgenommen, und mußten den Franzosen ihre Truppen zumKampfe gegen Preußen leihen, welches damals noch der einzigeRepräsentant des deutschen Vaterlandes war. Mit dem KurfürstenWilhelm!, von Hessen machte Napoleon durchaus keine Umstände;und man muß gestehen, daß diesmal das barsche Verfahren desKaisers einen Mann traf, der kein besseres Loos verdient hatte.Der Kurfürst hatte ein doppeltes Spiel gespielt. Er hatte sich, waszur Kenntniß Napoleon's kam, noch am 12. Oktober in einem anHaugwitz gerichteten Briefe auf eine Weise ausgesprochen, welchemit seiner neutralen Stellung im Widersprüche stand. Als jedochnach der Schlacht bei Jena Mortier gegen ihn abgeschickt wurde,erbot er sich, Napoleon's Bundesgenosse zu werden und ihm seinHeer zu Gebote zu stellen. Napoleon hatte aber damals bereits inseinen Bülletins öffentlich erklärt, daß er den Kurfürsten nicht längerals Herrscher dulden werde. Dieser ergriff daher schnell die Fluchtnach Dänemark. Napoleon ließ sein Land besetzen, das hessischeHeer entwaffnen und alle vorhandenen Kriegs - Materialien nachMainz bringen, indem er zugleich der Welt verkündete, daß fortanalle Fürsten, welche ihre Waffen gegen Frankreich richteten, mit derEntthronung bestraft werden würden. Auch Fulda wurde von Mor-tier besetzt und sein Regent, der Fürst von Oranien, für abge-setzt erklärt. Das gleiche Schicksal hatte Ferdinand von Braun-schweig. Dieser verlor nicht nur sein Herzogthum, sondern esward ihm auch nicht einmal gestattet, in seiner Residenz die Gene-sung von seiner Wunde abzuwarten. Er mußte, um nicht Gefan-gener zu werden, unter Schmerzen und Leiden von einem Orte zumanderen fliehen, bis er am 6. November in Ottensen bei Monaseiner Wunde erlag.
Was die zersprengten Reste des preußischen Heeres betrifft, soherrschte unter den Führern derselben die größte Verwirrung und