Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

sogar, als er capitulirte, gegen seine besser gesinnten Soldatenfranzösische Hülfe angerufen, die ihm jedoch Savarp mit Unwillenversagte.

Auf solche Weise ward innerhalb sechs Wochen alles Land biszur Oder nebst den Festungen dem französischen Kaiser unterworfen;denn auch Ostfriesland, Westphalen, Hannover, die Hanse-Städte undMecklenburg waren Ende November von Napoleon's Truppen voll-ständig besetzt. Sogar nach Schlesien waren die Franzosen imNovember vorgedrungen. Die dortige Festung Glogau fiel im An-fange des December ebenfalls auf schimpfliche Weise in ihre Hände;denn sie ward, obgleich sie mit allem Nöthigen reichlich versehenwar, nach einer Belagerung von kaum vierzehn Tagen übergeben.

Die Hauptstadt des Reiches war schon seit dem 25. Oktober vonden Franzosen besetzt worden, nachdem auf die erste Nachricht vondem Unglücke bei Jena und Auerstädt viele Beamte, unter ihnenauch der Gouverneur von Berlin, vön Schulenburg, mit Sackund Pack davon gelaufen waren. Der Letztere, welcher zugleichMinister war, hatte sogar vergessen, das gefüllte Zeughaus aus-leeren zu lassen. Am 25. Oktober zog Davoust, zwei Tage späterNapoleon selbst in Berlin ein. Auch hier wurden die deutschenBeamten, welchen der Kaiser zwei Franzosen, Clarke und Darü,vorsetzte, zum systematischen Ausplündern benutzt und bedeutendeContributionen ausgeschrieben. Auch in Berlin kamen andererseitswieder die gewohnten Scenen serviler Schmeichelei gegen denSieger vor. Trauriger aber, als diese gewohnten Erscheinungen,war, daß ein wahrhaft großer Mann wie Napoleon sich damalsin seinen Bülletins, Reden und Handlungen zum Pariser Komö-dianten-Wesen herabließ, um seine Franzosen durch Prahlen undLügen zu bezaubern, was er für erlaubte Staatsklugheit hielt undspäter in den Briefen an seinen Bruder Joseph diesem als Weis-heit empfahl. Sogar ein französischer Schriftsteller, welcher freilichzu den aufrichtigsten Geschichtschreibern seiner Nation gehört (Lefebvre),kann sich nicht enthalten, starken Tadel über diese eines großenMannes unwürdige Dinge auszusprechen. Eine Komödie war esauch, daß Napoleon die auf dem Brandenburger Thor stehendeSiegesgöttin Herabnehmen und als Trophäe in Paris aufstellenließ. Eine Komödie war es, daß er sich zu Potsdam in die Gruft