Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich, Rußland u. Preußen. Frieden v. Tilsit. 141

Herrn von Hardenberg aus seinem Dienste zu entlassen. DerVertrag enthielt alle bereits oben angegebenen Punkte, welche aufPreußen Bezug hatten. Außerdem mußte Friedrich Wilhelm nichtallein, wie Alexander, die drei Bruder Napvleon's und den Kur-fürsten von Sachsen als Könige anerkennen, und den Engländernjeden Handel und Verkehr mit seinen Unterthanen verbieten, sondernauch im Voraus Alles billigen, was Napoleon in Deutschland oderin Polen noch weiter verfügen werde. In einer besonderen geheimenÜbereinkunft mußte er überdies noch den Planen Rußland's und Frank-reichs gegen Schweden seine Zustimmung gewähren, und zugleich ver-sprechen, daß er, wenn Frankreich und Rußland an England den Kriegerklärten, dasselbe thun wolle. Der Abzug der fremden Truppenaus den noch übrig gelassenen preußischen Ländern wurde an dieBedingung geknüpft, daß vorher alle noch rückständigen Kriegs-Contributionen bezahlt würden. Für diese Angelegenheit ward einebesondere Behörde in Berlin eingesetzt, an deren Spitze der hartefranzösische Intendant Darü stand. Dieser steigerte dadurch, daßer stets das Schwert des Brennus in die Wagschale warf, dieForderungen auf eine ungeheuere Summe.

Friedrich Wilhelm verlor durch den Tilsiter Frieden fünfthalbMillionen Einwohner, und behielt nur fünf Millionen zweimalhundert-tausend Einwohner und vierzehn Millionen Thaler Einkünfte. Aberauch selbst die ihm noch übrig gelassene Hälfte seines Reiches büßteihre Selbstständigkeit ein; denn es ward nicht nur für die sächsischenund polnischen Truppen eine Straße durch das preußische Gebiet aus-bedungcn, sondern der König mußte später auch in einem am 8. Sep-tember 1808 geschlossenen Vertrage, welcher nach langen Quälereiendie streitigen Punkte ordnete, noch andere harte Bedingungen ein-gehen. Die Franzosen sollten nämlich, bis die noch rückständigenHundert5ndvierzig Millionen Franken bezahlt wären, Glogau, Küstrinund Stettin besetzt halten, ihre dortigen Besatzungen sollten aufKosten Preußen's versorgt, und sieben Militair-Straßen sollten ihnenund den polnisch-sächsischen Truppen gewährt werden. Zugleichmußte Preußen versprechen, die Zahl seiner Truppen in den nächstenzehn Jahren nicht über zweiundvierzigtausend Mann zu erhöhen.Endlich erzwängen die Franzosen von Friedrich Wilhelm sogar nocheinige weitere Abtretungen für Warschau, Westphalen und Danzig.