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Geschichte der neueren Zeit.
Außer der Erschaffung des Königreiches Westphalen, welches inden Rheinbund aufgenommen ward, und des Herzogthumes Warschauhatte der Tilsiter Frieden noch folgende Territorial-Veränderungenzur Folge. Holland mußte für das von Rußland und Preußen er-haltene Jever und Oft-Friesland die Festungen Vließingen, Bergenop Zoom, Breda, Herzogenbusch und Gertrupdenburg, sowie einenTheil von Seeland und einen Landstrich längs der Maas anFrankreich abtreten. Münster, Tecklenburg, Lingen, die GrafschaftMark, Essen, Elten und Verden gab Napoleon im Mai 1808seinem Schwager Mürat. Ein beträchtlicher Theil von Hannoverblieb ebenso, wie Erfurt, Baireuth, Hanau und Fulda, unter un-mittelbarer französischer Verwaltung; erst später, als diese Länderund Städte ausgesogen worden waren, vertheilte Napoleon einenTheil derselben an deutsche Fürsten.
5. Schweden und Dänemark nach dem Tilsiter Frieden.
Nach den Verabredungen, welche Napoleon und Alexander inTilsit getroffen hatten, sollten Schweden und Dänemark gezwungenwerden, dem Bunde gegen Eugland beizutreten und das Continental-System anzunehmen. Außerdem hatte Napoleon nicht nur dem rus-sischen Kaiser den Besitz von Finnland zugestanden, sondern es warauch beschlossen worden, Dänemark dadurch von England zu ent-fernen, daß man es bei der Beraubung Schwedcn's betheilige. Allediese gegen Schweden gerichteten Beschlüsse würden jedoch schwerlichin Ausführung gebracht worden sein, wenn nicht Gustav IV. fort-gefahren hätte, sich gegen seinen Schwager Alexander und gegenden französischen Kaiser wie ein Wahnsinniger zu benehmen. Napo-leon hatte während des Krieges Alles übersehen, was Gustav inseinem Zorn gegen ihn und die Franzosen gethan hatte. SeineGenerale hatten den strengen Befehl gehabt, gegen die Schweden sofreundlich als möglich zu verfahren und sie nicht sowohl zu befehdenals vielmehr zu beobachten. Auch hatte in Folge davon Berna-dotte, als er im November 1806 Mörner's Corps gefangen nahm(s. S. 125), diesen General und seine Truppen mit solcher Freund-lichkeit behandelt, daß dadurch seine spätere Erwählung zum schwe-dischen Könige vorbereitet wurde. Gustav IV. stürzte sich aber inFolge seiner Verstandesverwirrung selbst ins Verderben.