Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Die Türkei von 1802 bis 1808.

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ihrer Aufforderung, übernahm am 14. März die Regierung alsReichsvorsteher, und schrieb sogleich einen Reichstag auf den 1. Maiaus. Noch ehe dieser zusammengetreten war, unterzeichnete derKönig, den man nach Drottingholm und von da nach Gripsholmgebracht hatte, am 29. März eine Urkunde, in welcher er der Re-gierung entsagte.

In ganz Schweden nahm sich kein Mensch des Königs an. Dieversammelten Reichsstände aber dankten dem Herzog Karl, demOberstlieutenant Adlersparre und den Generalen Klingspor undAdlerkreuz als Rettern des Vaterlandes, und erklärten am 10. Mainicht blos den König, sondern auch seine Nachkommen aller An-sprüche auf den schwedischen Thron verlustig. Hierauf wurden mitder Reichsverfassung einige Änderungen vorgenommen, deren bedeu-tendste darin bestand, daß der König zwar die ausübende Machtallein behalten solle, daß aber die wichtigsten Angelegenheiten ineinem Staatsrathe von neun Mitgliedern entschieden werden müß-ten, und daß dieser Staatsrath der Nation verantwortlich bleibe.Am 6. Juni 1809 wurde der bisherige Regent vom Reichstage zumKönige ausgerufen und am 29ten als Karl XIII. gekrönt. Demabgesetzten Herrscher ward nicht nur sein Privat-Vermögen gelassen,sondern der Reichstag setzte auch für ihn und seine Familie beson-dere Summen aus; Gustav wies aber diese zurück, und lebte nach-her mit Vorsatz dürftig. Er verließ noch vor dem Schlüsse desJahres 1809 Schweden, nannte sich fortan Oberst Gustavson,und trieb sich bis zu seinem 1837 erfolgten Tode größtentheils inSüd-Deutschland und der Schweiz umher. Sein Sohn nahm denNamen Prinz Wasa an.

6. Türkische Angelegenheiten.

Die Türkei würde noch früher, als Polen, eine Beute ihrerchristlichen Nachbarstaaten geworden sein, wenn nicht England es inseinem Interesse gefunden hätte, sie zu beschützen. Dadurch ist dertürkische Staat freilich bis zum gegenwärtigen Augenblicke erhaltenworden; er ist aber dessenungeachtet seit den Zeiten der KaiserinKatharina II. stets mit der Gefahr des Unterganges bedroht geblie-ben, weil er, wie einst Polen, der russischen Übermacht nicht gewach-sen ist, und zugleich durch ewige innere Unruhen geschwächt wird.