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Frankreich und Rußland. Kongreß zu Erfurt.
sicherungen gesandt. Gegen diesen stellte sich Napoleon, weil er einenneuen Krieg mit Östreich befürchtete, sehr erzürnt. In einer Note,welche nachher in Wien überreicht wurde, ließ er sogar förmlicheDrohungen für den Fall aussprechen, daß Östreich seine Rüstungennicht einstelle. Mit dem russischen Kaiser traf Napoleon allerleiVerabredungen, welche keiner von Beiden zu halten Willens war.Dagegen schlössen aber doch ihre Minister des Auswärtigen, Cham-pagnp undRomanzow, welche kurz vorher an Talleprand's undBudberg's Stelle getreten waren, auch einen schriftlichen Bundes-vertrag. Durch diesen Vertrag, welcher schon auf den bevorstehen-den Krieg mit Östreich berechnet war, wurde nicht blos eine engereVerbindung beider Herrscher gegen England geschlossen, sondernauch den Russen der Besitz der Donau-Fürstenthümer zuerkannt undeine weitere Beraubung der Türkei eingeleitet. Zu den Resultatendes Erfurter Kongresses gehörte auch die Aufnahme des mit Ruß-land nahe verwandten Herzogs von Oldenburg in den Rheinbund.Da sechs Monate früher auch die beiden Mecklenburg diesemBunde beitraten, so umfaßte derselbe jetzt das ganze nicht-östrei-chische und nicht-preußische Deutschland, mit alleiniger Ausnahmeder noch unter unmittelbarer französischer Herrschaft stehenden Land-striche.
Napoleon begab sich, sobald er von Erfurt nach Paris zurück-gekehrt war, zu seiner Armee nach Spanien. Er wurde in dernächsten Zeit durch die Berichte sehr erbittert, die ihm seine Späherüber die Bewegungen in Deutschland, über den Verkehr des Frei-herr» von Stein mit dem östreichischen Kabinet, über eine Verbin-dung des Letzteren und der preußischen Patrioten mit Spanien undsogar über geheime Beziehungen Rußland's zu Spanien abstatteten.Sein ganzer Grimm fiel, da man die furchtbare Verzweigung selbstnicht aufdecken konnte und durfte, auf den Freiherrn von Stein.Dieser wurde am 26. November 1808 genöthigt, seine Entlassungzu nehmen, und Napoleon erließ am 15. December von Madridaus sogar eine förmliche Achtserklärung gegen ihn, in welcher derbisherige erste Minister des Preußischen Königs mit dem Ausdruck„ein gewisser Stein" bezeichnet, und für einen Feind Frankreichsund des Rheinbundes erklärt ward. Alle Welt ersah daraus, daß'es schlimm um das Napoleonische Reich stehen müsse, weil sogar