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Geschichte der neueren Zeit.
Männer wie Stein Verschwörungen anzettelten, und weil Napoleonsolche Maßregeln zu seinem Schutze nöthig fand. Der Geächteteflüchtete sich nach Astreich, fuhr aber von dort aus fort, in seinerbisherigen Weise gegen die Fremdherrschaft zu arbeiten. Im Mai1812 begab er sich nach Petersburg, und leitete von diesem Augen-blicke an, ohne in russische Dienste zu treten, den Kaiser Alerander,auf dessen Politik er schon vorher großen Einfluß gehabt hatte. KönigFriedrich Wilhelm aber mußte sich gleich nach Stein's Entfernungdazu hergeben, ein Diener der französischen Polizei zu werden.Friedrich Wilhelm sah sich nämlich genöthigt, nicht nur das Gebotgeheimer Verbindungen wieder einzuschärfen, sondern auch seinenOfficieren das Besprechen politischer Gegenstände zu verbieten.
9. Spanien und Portugal bis zum Rückzüge des eng-lischen Hülfsheeres chus Spanien im Januar 1809.Spanien war vermittelst des Vormundes von König Karl IV.,des Friedensfürsten Godoy, schon längst ebenso zu einer franzö-sischen Provinz gemacht worden, wie Portugal eine englische Pro-vinz geworden war. Dieser verächtliche Mensch gab als DienerNapoleons Geld, Flotte und Land den Franzosen preis (s. S. 9 ff.und S. 72). Beim Ausbruche des preußischen Krieges (1806) kamjedoch Godoy auf den Gedanken, sein Land der französischen Herr-schaft zu entziehen. Er unterhandelte damals insgeheim über einenBund mit England, Rußland und Portugal, erließ einen verdäch-tigen Aufruf an die Spanier, und traf Vorbereitungen zu einerallgemeinen Volksbewaffnung. Die Nachricht von der Schlacht beiJena machte diesem Treiben schnell ein Ende. Godoy stellte sichhierauf, als wenn er Alles, was geschehen war, im Interesse Frank-reich's gethan habe. Seine wirkliche Absicht war jedoch dem franzö-sischen Kaiser durch aufgefangene Depeschen und durch eine Mitthei-lung der elenden portugiesischen Regierung verrathen worden. Napo-leon ließ zwar damals den Friedensfürsten unbestraft; er sicherte sichaber gegen eine nochmalige Treulosigkeit Godoys dadurch, daß er ihnzwang, vierzehntausend spanische Soldaten unter La Romana andie Elbe zu schicken und sechs spanische Linienschiffe mit der FlotteFrankreich's zu vereinigen. Auch ward Spanien zur Aufnahme undErnährung von zwanzigtausend gefangenen Preußen genöthigt.