Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich u. Spanien. Napoleon u. Godoy im Jahre 180?. 183

Als auf solche Weise Spanien eines Theiles seiner Kriegsmachtberaubt worden war, faßte Napoleon den Entschluß, die spanischeund die portugiesische Königsfamilie zu verjagen. Die Ausführungdieses Planes wurde durch schmähliche Vorfälle, welche im Herbst1807 am spanischen Hofe eintraten, sehr erleichtert. Karl's Sohnund künftiger Thronfolger, der nachherige König Ferdinand VII.,gerieth damals mit seinen Eltern und mit dem Friedensfürsten inoffene Feindschaft, und rief dadurch die ein halbes Jahr später er-folgte Einmischung Frankreich's hervor. Godoy, den der Kronprinzschon längst tödtlich haßte, hatte kurz vorher zu seinen vielen Würdennoch die eines Groß-Admirals und das in Spanien unerhörte Prä-dikat erlauchte Hoheit erhalten. Es verbreitete sich sogar das Ge-rücht, er werde nächstens zum Regenten ernannt werden. Außer-dem sollte Ferdinand, welcher im Mai 1806 seine erste Gemahlinverloren hatte, mit einer Schwester von Godoy's Gattin verhei-rathet werden. Das Letztere bewog den Kronprinzen, welcher vonden sehr wenigen guten Eigenschaften seines Vaters auch nicht eineeinzige besaß, zu einem für- das Schicksal Spanicn's bedenklichenSchritte. Er schrieb am 11. Oktober 1807 auf den Rath seinesErziehers, des verschmitzten Domherrn Escoiquiz, einen mit ge-meinen Schmeicheleien angefüllten Brief, in welchem er den franzö-sischen Kaiser bat, ihn mit einer Gemahlin seiner Wahl und seinerFamilie zu beglücken. Napoleon würdigte diesen Brief keiner Ant-wort, und fuhr dagegen fort, vermittelst des Friedensfürsten seinenPlan, die Vertreibung der Bourbons aus Spanien, zu verfolgen.

Zu derselben Zeit, als Ferdinand den Brief an Napoleon schrieb,machte er mit den Herzögen von Jnfantado und Sau Carlos undmit anderen Großen eine Verschwörung zum Sturze Godoy's.Dieser erhielt jedoch Kenntniß von der Sache, und kam dem Prin-zen zuvor. Dabei trug sogar die Königin, welche ihren Sohn gleicheiner Furie verfolgte, kein Bedenken, den schwachen König das Amteines Polizei-Commissärs versehen zu lassen. Dieser mußte nämlicham 29. Oktober mit Soldaten im Zimmer des Prinzen erscheinen,ihm den Degen abnehmen und ihn dann als Gefangenen der Wacheübergeben. Am folgenden Tage wurde der Nation in einer Prokla-mation kund gethan, daß der Prinz seinem Vater nach dem Lebengestrebt habe. Ferdinand ward vor ein Kriegsgericht gestellt. Er