Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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181 Geschichte der neueren Zeit.

benahm sich aufs feigste, verrieth seine Rathgeber un^ Freunde,schob alle Schuld auf diese, schrieb eine von Godoy dictirte schimpf-liche Erklärung, und bat in zwei Briefen seine Eltern flehentlichum Gnade, die ihm dann auch gewährt wurde. Da Godop dieseBriefe sogleich in den Zeitungen abdrucken ließ, so war der Thron-folger in den Augen der Nation um alles Ansehen gebracht. Da-gegen konnte Godoy seine Absicht, die Freunde desselben zu ver-derben, nicht erreichen. Diese wurden nämlich, als man ihnen denProceß machen wollte, freigesprochen, weil die von Haß gegen Godoyerfüllten Richter sich weigerten, Mitschuldige zu verurtheilen, währendder Hauptverbrecher straflos bleibe. Doch wurden die Angeklagtendurch den König in die Provinzen verbannt.

Unterdessen waren in Fontainebleau zwischen Spanien und Frank-reich Unterhandlungen geführt und zum Abschlüsse gebracht worden,durch welche Napoleon den eitem Friedensfürsten in seine Netzelockte, um unter dem Scheine einer zu Gunsten Frankreich's, Spa-nien's und des Friedensfürsten selbst vorzunehmenden Theilung Por-tugal'ö die Ausführung seiner Plane gegen Spanien einzuleiten.Diese Unterhandlungen wurden französischer Seits von Napoleonselbst geleitet, der sich dabei des mit einem spanischen Großen ver-schwägerten Groß-Marschalls Düroc als Gehülfen bediente. MitUnrecht haben Manche den hinterlistigen Plan, welcher damals gegenGodoy und seinen König in Fontainebleau ausgeheckt wurde, ganzallein dem Fürsten Talleyrand zugeschrieben. Nur soviel ist alsgewiß anzunehmen, daß diesem, obgleich er im August aus demMinisterium hatte treten müssen (s. S. 140), die Sache nicht fremdgeblieben war, da er vor seiner Entlassung die vorbereitenden Maß-regeln getroffen hatte, und da es ihm zu sehr Bedürfniß war, insolchen Dingen die Hände mit im Spiel zu haben. SpanischerSeits machte nicht der Gesandte dieses Staates, sondern eine Crea-tur Godoy's, Jzquierdo, den Unterhändler. Am 27. Oktober1807 wurde zwischen diesem und dem Marschall Düroc der geheimeVertrag von Fontainebleau geschlossen. Nach den Bestim-mungen desselben sollten spanische und französische Truppen Portugalerobern, dann aber dieses Land so getheilt werden, daß Frankreichdie mittleren Provinzen, Godoy ein souveraines Gebiet im Südenerhalte, und die Königin von Etrurien, eine Tochter des spanischen