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Portugal. Eroberung durch Napoleon 1807.
Königs, für die Abtretung ihres Reiches an Napoleon durch denNorden von Portugal entschädigt werde. Unmittelbar nach der Un-terzeichnung des Vertrages setzten sich die französischen Truppen,welche schon am 17. Oktober in Spanien eingerückt waren, gegenPortugal in Marsch, und noch ehe sie in diesem Lande angekommenwaren, erklärte ein Artikel des Moniteur vom 13. November, daßdas Haus Braganza aufgehört habe zu regieren.
Das gegen Portugal abgeschickte französische Heer mußte seinenMarsch so sehr als möglich beschleunigen, um die portugiesische Re-gierung zu überraschen, deren Leiter, der Prinz-Regent Johann,durch diplomatische Künste getäuscht, gar keine Anstalten zur Gegen-wehr oder auch nur zur Rettung seiner eigenen Person getroffenhatte. Auch marschirten die von Jünot commandirten französischenTruppen mit solcher Schnelligkeit, daß sie schon am 23. Novemberin der Stadt Abrantes ankamen, welche nur zwanzig Stunden vonLissabon entfernt ist. Johann wäre daher mit seiner Familie indie Hände der Franzosen gefallen, wenn ihm nicht am 25. No-vember ein schnell segelndes englisches Schiff das oben erwähnteBlatt des Moniteur überbracht hätte. Er erhielt dadurch Zeit, aufder englischen Flotte, die im Hafen von Lissabon lag, Schutz zusuchen. Dagegen fielen die reich ausgestatteten Arsenale und Ma-gazine von Lissabon in die Hände der Franzosen, deren Vorhut am30. November in Lissabon einrückte. Diese bemächtigten sich zu-gleich einiger Kriegsschiffe, welche durch widrigen Wind im Bereicheihrer Kanonen zurückgehalten worden waren. Dagegen hatten dieSchwierigkeiten des schnellen Marsches, auf welchem es mitunter anLebensmitteln fehlte, einer sehr bedeutenden Zahl von Jünot's Sol-daten das Leben gekostet. Dieser Menschenverlust wurde freilich sowenig in Anschlag gebracht, daß Napoleon den Marschall Jünotblos wegen der Schnelligkeit seines Zuges mit dem Titel einesHerzogs von Abrantes schmückte. Erst am Tage vor der An-kunft der Franzosen in Lissabon hatten die Engländer mit der könig-lichen Familie absegeln können. Sie brachten diese nach Brasilien,dessen Hauptstadt hierauf viele Jahre lang der Sitz der portugiesischenRegierung blieb. Der Adel und die Beamten in Portugal benah-men sich ebenso, wie die Aristokratie und die Büreaukratie sich inDeutschland benommen hatten. Sogar die vom Prinz-Regenten