Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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186 Geschichte der neueren Zeit.

eingesetzte provisorische Regierungsbehörde drängte sich huldigend undschmeichelnd an Jünot heran. Das ganze Land, in welches auchein spanisches Corps eingerückt war, wurde daher fast ohne allenWiderstand unterworfen. Jünot, welcher schon im December hun-dert Millionen Franken von allem Privat-Eigenthum erheben ließ,wurde von Napoleon unter dem Titel General-Gouverneur zum einst-weiligen Beherrscher des Landes ernannt.

Bald nachdem Portugal von den Franzosen besetzt worden war,erfuhr die Welt, daß auch Spanien selbst mitten im Frieden in Besitzgenommen werden sollte, daß also an nichts weniger zu denken sei,als an die Ausführung der Artikel des Vertrages von Fontainebleau.Schon im December und Januar zogen zwei französische Heere unterDüpont und Moncey, im Februar und März zwei andere unterDühesme und Bessiöres über die Pyrenäen. Sie besetzten ohneWeiteres den ganzen Landstrich von Barcellona an bis nach Valla-dolid und Sän Sebastian, und bemächtigten sich auf hinterlistigeWeise einer Festung nach der anderen. Im März erschien Mürat,um den Oberbefehl über alle nach Spanien geschickten Truppen,deren Zahl auf hunderttausend Mann angegeben wird, zu über-nehmen. Hierauf rückten die Franzosen immer weiter in das In-nere von Spanien vor, und nahmen allenthalben die Artillerie undMunition weg. Godoy sah diesem Allem sorglos zu, ja er selbsthatte sogar dem Commandanten von Sau Sebastian, welcher dieFranzosen nicht einlassen wollte, den Befehl ertheilt, die Festung zuübergeben. Bald erhielt er jedoch von seinem vertrauten FreundeJzquierdo, der sich noch immer in Paris befand, Nachrichten, dieihn aus seinem Schlummer aufrüttelten. Er erfuhr von diesem,daß er nicht nur Napoleon's Gunst verloren habe, sondern daßauch am 24. März 1808 dem spanischen Geschäftsträger Vorschlägezu einem neuen Vertrage gemacht worden» seien, welche von denBestimmungen des im Oktober 1807 geschlossenen Vertrages ganzverschieden waren, und deren Annahme sogleich und unbedingt ver-langt wurde. Nach diesen Vorschlägen sollte Spanien die im Nor-den des Ebro gelegenen Provinzen an Frankreich abtreten und da-für Portugal erhalten. Außerdem befanden sich aber in dem Ver-tragsentwürfe auch noch die bedenklichen Worte, daß die spanischeThronfolge definitiv geordnet werden solle. Jzquierdo schickte sogleich