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Spanten. Sturz Godoy's 1808.
einen Courier nach Madrid; als dieser aber dort ankam, war KönigKarl IV. nicht mehr auf dem Thron und Godoy nicht mehr ander Spitze der Geschäfte.
Godoy hatte bei dem unaufhaltsamen Vordringen der franzö-sischen Truppen den Entschluß gefaßt, nach dem Beispiele des por-tugiesischen Kabinets den Sitz der Regierung nach Amerika zu ver-legen und deshalb die königliche Familie, die sich damals in Aran-juez befand, zunächst nach Sevilla zu bringen. Dieser Entschlußerregte jedoch große Unzufriedenheit im Volke, und rief einen Sturmgegen den allmächtigen Gebieter des Reiches hervor. Von allenSeiten her strömten bewaffnete Haufen nach Aranjuez, und dieseumzingelten am 17. März 1808 den königlichen Palast mit dem Rufe:„Es lebe der König! Godoy aber muß sterben!" Dies benutzte PrinzFerdinand zu einem neuen Versuche, den Friedensfürsten zu stürzen.Er forderte in der Nacht vom 17./18. März die Soldaten der Leib-garde zur Empörung auf, indem er ihnen sagte, Godoy sei einVerräther und wolle den König wegführen, sie möchten ihn daranhindern. Die Soldaten folgten seiner Aufforderung, und drangennoch in derselben Nacht mit dem Volke vereinigt in Godoy's Palastein. In diesem zertrümmerte die tobende Menge Alles, was siefand, und der Friedensfürst selbst würde ermordet worden sein,wenn er sich nicht zu verstecken gewußt hätte. Der König suchte ihndadurch zu retten, daß'er ihn am 18. März aller seiner Stellenentsetzte. Das Volk fuhr jedoch fort, den verhaßten Mann aufzu-spüren, und als er am 19. März gefunden worden war, ließ sichdie wüthende Menge nur dadurch abhalten ihn zu tödten, daß derKronprinz, welcher auf die dringenden Bitten seines Vaters herbei-geeilt war, ihn gefangen setzte und das Versprechen ertheilte, Godoysolle vor Gericht gestellt werden. Da sich auch in anderen Städten,besonders in Madrid, das Volk drohend gegen Godoy's Regimenterhob, so geriethen der erbärmliche König und seine verworfene Ge-mahlin in einen solchen Schrecken, daß sie sich, blos um ihren Günst-ling zu retten, sogar zu ihrer eigenen Abdankung entschlossen. Ver-mittelst einer am 19. März erlassenen Entsagungs-Aete, welche so-gleich öffentlich bekannt gemacht wurde, legte Karl IV. die Kronezu Gunsten seines Sohnes Ferdinand nieder. Am folgenden Tagewurde Ferdinand VII. unter dem Jubel des Volkes als König