Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
Seite
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2gg Geschichte der neuere» Zeit.

König ab, der patrio ischen Partei Gehör zu schenken, welche diesenzu bewegen suchte, zugleich mit Östreich, die Waffen gegen Napoleonzu ergreifen. Er besprach sich zweimal, auf der Reise nach Erfurtund als Friedrich Wilhelm ihn im Januar 1809 besuchte, mit dempreußischen Könige. Bei dieser Gelegenheit vertraute er demselbenwahrscheinlich seinen geheimen Gedanken an, und bewog ihn, zuwarten, bis bessere Zeiten gekommen seien.

11. Napoleon's östreichischer Krieg bis zur Schlachtbei Aspern.

Der Krieg zwischen Östreich und Frankreich brach Ende März1809 aus. Im Lager der Östreicher schwankte man fast bis zumletzten Augenblicke zwischen zwei Kriegsplanen hin und her, vondenen der eine durch den General-Quartiermeister Maper vonHohenfeld, der andere durch den Grafen Grüne vorgelegt wor-den war. Nach dem Ersteren sollte das Heer auf dem gewöhn-lichen Wege, längs der Donau hin, den Franzosen entgegenziehen;der zweite Plan beruhte auf der zugesagten Mitwirkung eines ander Nordsee-Küste zu landenden englischen Heeres, sowie auf derzuversichtlichen Erwartung von Aufständen und Volksbewegungen imnördlichen und mittleren Deutschland. Dieser Plan bestand darin,daß das östreichische Heer von Böhmen nach Franken marschirenund den Kriegsschauplatz nach Norddeutschland und nach dem Rhein-Lande verlegen sollte. Am 20. Februar entschied man sich zwar,nachdem über das Erwägen und Dcbattiren viele Zeit verlorengegangen war, für den letzteren Plan; schon vier Wochen späteraber glaubte man den Entschluß wieder ändern zu müssen, undzog den ersteren Plan vor, für welchen dann nichts vorbereitet war.Oberbefehlshaber des östreichischen Heeres war Erzherzog Karl.Das ihm unmittelbar untergegebene Heer bestand aus acht Corps.Zwei andere Corps waren unter Erzherzog Johann an deritaliänischen, ein drittes unter dem Marquis Chasteler an derTyroler Grenze aufgestellt, um den Aufstand zu unterstützen, welchernicht nur in Tyrol, sondern auch in Jstrien, Dalmatien und derLombardei mit Sicherheit erwartet wurde. Auf der rechten Seitedes Hauptheeres stand Erzherzog Ferdinand mit fünfunddreißig-