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Frankreich und Östreich. Krieg von 1809.
tausend Mann, um das Herzogthum Warschau zu besetzen und dieRussen zu beobachten. Während Napoleon auch in diesem Kriegesein Vertrauen auf nichts Anderes, als auf Säbel und Bajonett,auf meisterhafte Anordnungen und auf rasche Thätigkeit setzte, hegteman auf Seiten der Gegner große Erwartungen von den Volks-aufständen, welche die Adelsverbindung hervorzurufen gedachte, undvon der Wirkung der Proclamationen, welche Gentz und Schlegelverfaßt hatten. Diese Proclamationen waren nicht nur an dieVölker des östreichischen Kaiserstaates, sondern auch an die Deut-schen, Jtaliäner und Polen gerichtet. Sie forderten besonders dieDeutschen zur Erhebung und zum Kampfe für Freiheit, Recht undVolksthümlichkeit auf, und redeten also von ideellen Gütern, fürwelche Östreich bisher noch niemals seine Heere ins Feld geschickthatte. Erzherzog Karl selbst soll sich nur ungern entschlossen haben,die in den Rasumowskv'schen und Stadion'schen Kreisen gebilligtenProclamationen zu erlassen; ja, es heißt sogar, erhübe diesen Kriegselbst durchaus nicht gebilligt, weil ihm das östreichische Wesen zugut bekannt gewesen sei. In der That hatte auch Napoleon, alses zum Schlagen kam, nichts von der Wirkung der patriotischklingenden deutschen Manifeste und Pamphlets zu empfinden. Ersah im Gegentheil, daß die baierischen und würtembergischen Sol-daten, mit denen er damals die ersten Siege erfocht, tapfer gegendie Östreicher kämpften und stolz auf die Anerkennung waren, dieer ihrem Muthe gewährte. Die ihm verbündeten deutschen Regen-ten aber knüpfte er gleich anfangs dadurch fester an sich, daß er am24. April die Güter aller der Fürsten und Herren, welche in öst-reichischen Diensten standen, theils für seine Vasallen, theils für sichselbst einziehen ließ. Dies traf die Metternich, Stadion, Lichtensteinund andere Herren, sowie den Erzherzog Anton, welcher als ehe-maliger Hochmeister des deutschen Ordens dessen Güter besaß.
Napoleon war des Sieges so gewiß, daß er für die in Folgedesselben vorzunehmenden Gelderpressungen seinen erprobten Blut-sauger Darü gleich anfangs als Intendanten nach Deutschlandschickte. Sein Heer, dem er den Namen Armee von Deutschlandgab, erhielt durch die Truppen des Rheinbundes eine sehr bedeutendeVerstärkung. Die Leitung des Krieges in Deutschland erhielt, bisNapoleon selbst kommen konnte, Marschall Berthier. In Italien