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[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Östreich. Aufstand der Tyroler 1809. 213

steler, den östreichischen Abgeordneten bei den spanischen InsurgentenCofsard und den geschäftigen Agenten des russischen Ministeriums,Pozzo di Borge, für seine ärgsten persönlichen Feinde. Er hattedaher den Ersteren durch ein Decret vom 5. Mai ebenso, wie meh-rere Monate früher den Freiherr» von Stein, in die Acht erklärt,und zwar mit dem Zusätze, daß Chasteler, wenn man seiner habhaftwerde, innerhalb vierundzwanzig Stunden erschossen werden solle.Kaiser Franz hatte sich zwar des Marquis angenommen, indem erdie Erschießung desselben an zwei gefangenen französischen Generalenzu rächen drohte. Chasteler hatte aber über seinen Schrecken nichtHerr werden können und deshalb Tyrol verlassen.

Mit dem Ende des Monats Mai schien durch das siegreicheVordringen der Baiern der Aufstand völlig unterdrückt zu sein.Wrede und der französische General Lefebvre, zu dessen Heeresab-theilung die Baiern gehörten, glaubten deshalb mit Zurücklassungvon nur sechstausend Mann unter Derop zur Napoleonischen Haupt-Armee gehen zu können. Die Baiern hatten sich jedoch kaum ent-fernt, als die Tyroler aufs neue zu den Waffen griffen. Die Baiernmußten sich unter großen Verlusten über die Grenze zurückziehen,und zu derselben Zeit, als die Nachricht von der Schlacht beiAspern ankam, waren Tyrol und Vor-Arlberg ganz frei. Vonbeiden Ländern aus machten die Insurgenten sogar Streifzüge nachBaiern und Schwaben. In Vor-Arlberg, wo Hormayr und Schnei-der an der Spitze der Insurgenten standen, wurde eine gewisse Ord-nung in die Leitung des Ausstandes gebracht und eine Jnterims-Regierung eingerichtet. Im eigentlichen Tyrol dagegen, wo Hofer,Speckbacher und Zoppele aus Sarnthal das Volk anführten, bestandein förmliches Bauern-Regiment. Doch sorgte Hofer für die nöthi-gen Vertheidigungsanstalten. Er ließ Verhaue anlegen, Wege ab-graben, Thäler und Pässe durch Felsen und Ketten sperren und anpaffenden Stellen Steine zum Herabrollen aufhäufen. Alle Ver-theidigungsanstalten und alle Tapferkeit der Tyroler halfen aber amEnde nichts, weil, wie wir unten sehen werden, die Diplomatenauch damals wieder dem Vortheile ihrer Kaste die Ehre des Re-genten-Hauses und die Früchte der Begeisterung zum Opfer brachten.

Während Tyrol im Aufstande war, hatten die Östreicher aufder entgegengesetzten Grenze ihres Reiches einen verunglückten Kriegs-