Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der «eueren Zeit.

den Großherzog Ferdinand von Würzburg, an dessen Stelle setzenwolle. Diese und ähnliche Drohungen sprach er gegen zwei Lieb-linge des Kaisers Franz, den Fürsten Johann von Lichtensteinund den Grafen Bub na, aus, auf deren Charakter das von ihmangewandte Mittel, schnell zum Ziele zu gelangen, berechnet war.Er erreichte seinen Zweck vollständig. Die genannten beiden Herrensetzten durch ihre Meldung den Kaiser Franz so sehr in Schrecken,daß dieser gegen den Willen Metternich's und des Grafen Sta-dion, unter dessen Einfluß die auswärtigen Angelegenheiten Öst-reichs noch immer standen, durch Lichtenstein unterhandeln, und am14. Oktober den Friedensvertrag zu Schönbrunn unterzeichnen ließ.Schon am 18. Oktober bestätigte er denselben.

In diesem Schönbrunner oder, wie man ihn auch nennt,Wiener Frieden verlor der Kaiser von Östreich zweitausendund-achtundfünfzig Quadratmeilen Land mit vierthalb Millionen Ein-wohnern. Er mußte außerdem nicht nur fünfundachtzig MillionenGulden an Frankreich zahlen, sondern auch dem Continental-Systembeitreten und alle Könige der Bonapartischen Familie, sowie allevon Napoleon gemachten oder noch zu machenden Änderungen inItalien, Spanien und Portugal anerkennen. Ja, Kaiser Franz ließsich durch seine herzlosen Nathgeber sogar bewegen, seine Einwilli-gung dazu zu ertheilen, daß Tprol in zwei Theile zerrissen werde,von denen der eine an Baiern zurückfallen, der andere aber zu Na-poleons italiänischen Besitzungen geschlagen und folglich der Racheder erbitterten Franzosen preisgegeben werden solle. Von den übri-gen abgetretenen Provinzen kam das Salzburgische, Berchtesgaden,das Jnn-Viertel und die Hälfte des Hausruck-Viertels an Baiern,welchem ein halbes Jahr später auch noch gegen Zahlung einerjährlichen Rente von Viermalhunderttausend Francs Baireuth unddas bisher dem Fürsten Primas unterworfen gewesene BisthumNegensburg zugetheilt ward. Rußland erhielt ein Stück von Ost-Galizien mit Viermalhunderttausend Einwohnern. Das HerzogthumWarschau und das Königreich Sachsen wurden durch West- oderNeu-Galizien mit anderthalb Millionen Einwohnern, durch sechsböhmische Dörfer und durch den mit Östreich gemeinschaftlichen Be-sitz der Salz-Bergwerke von Wielitzka vergrößert; es mußten aberdafür jährlich zehn Millionen Franken an Frankreich gezahlt und