Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich. Der Rückzug aus Rußland.

Mangel, als durch die Kälte und durch die Waffen der Feinde um-kamen. In Smolensk halfen sich deshalb die zur Verzweiflung ge-triebenen Soldaten selbst, indem sie die Magazine stürmten undplünderten. Das dort vereinigte Heer enthielt, die Besatzung derStadt miteingerechnet, nur noch vierzigtausend kampffähige Leute, undvon den siebenunddreißigtausend Mann Cavallerie, welche Napoleonüber den Niemen geführt hatte, waren nur noch dreitausend, vonsechshundert Kanonen nur noch zweihundertfünfzig übrig. Dagegenwurde die Zahl der Nachzügler schon damals auf fünfzigtausend an-geschlagen. Als die Armee am 13. November wieder aufbrach,mußten sechs- bis siebentausend Verwundete in "hülflosem Zustandezurückgelassen werden.

Auf dem Marsche von Smolensk nach Krasnoe und Orscha warKutusow den Franzosen so sehr überlegen, daß er bei einem allge-meinen Angriffe sie hätte vernichten können; er scheute aber wahr-scheinlich den ungewissen Ausgang eines offenen Kampfes, da dasfeindliche Heer ohnedies dem Mangel, den übermäßigen Märschenund dem Klima erliegen mußte. Am 15. November zog Napoleonmit den Garden in Krasnoe ein. Auch Eugen schlug sich, wiewohlmit schwerem Verluste, dahin durch. Dagegen wäre Davoust mitseinem Corps abgeschnitten und gefangen worden, wenn nicht Napo-leon selbst sich umgewandt und ihm Hülfe geleistet hätte. Auch Neyward am 18. November vom Feinde völlig umzingelt, so daß er fürverloren gehalten wurde, und sich nur durch einen allgemein bewun-derten Marsch rettete. In Orscha sammelte sich zwar die französischeArmee wieder; sie mußte aber sogleich wieder aufbrechen, weil dieGefahr drohte, daß Wittgenstein und Tschitschakow sich vereinigenund durch die Besetzung der Brücke von Borissow, der einzigenüber die Beresina, den Weg nach Wilna abschneiden würden. Auchdrang Tschitschakow am 21. November wirklich in Borissow ein;da aber Wittgenstein durch Victor beschäftigt wurde, so gelang es demMarschall Oudinot, die Russen wieder aus dieser Stadt zu vertrei-ben. Doch brannten sie vor ihrem Abzüge die Brücke nieder. Dasfranzösische Heer enthielt, als es von Orscha nach der Beresina zog,nur noch dreißigtausend Bewaffnete, neben einer doppelt so großenZahl von Wehrlosen und Kampfunfähigen. Zum Glück hatte manin Orscha nicht nur Lebensmittel, sondern auch fünfundzwanzig Feld-