3IÜ Geschichte der neueren Zeit.
stücke und die zu ihrer Fortbringung nöthigen Pferde gefunden. Da-gegen trat aber auf dem Wege vonOrscha nach Borissow) Thau-wetter ein, welches gerade in den^sumpfigew Gegenden der Beresinaden Marsch erschwerte.
Napoleon ließ so schnell als möglich bei Studianka zwei Noth-brücken über die Beresina bauen, von welchen die eine für die Pferdeund das Fuhrwerk, die andere für dieHußgänger bestimmt war. Alsdieselben fertig waren, begann am 26. November jener denkwürdigeÜbergang über die Beresina, bei welchem die Franzosen dashöchste Maß des Jammers zu erdulden hatten, der den Menschenim Kriege treffen kann. Zur Deckung des Überganges wurden aufdem rechten User Oudinot und Dombrowsky, auf dem linken Victoraufgestellt; die beiden Ersteren sollten Tschitschakow's Corps vomZugänge zur Beresina abhalten, der Letztere aber den herandringen-den Wittgenstein so lange bekämpfen, bis die französische Armeeübergesetzt sei. Der Übergang ward, nachdem Dombrowsky undOudinot am 26. November den Fluß überschritten hatten, von denübrigen Truppen am folgenden Tage begonnen, und dauerte biszum 29. November., Während desselben brach jedoch nicht nur eineder beiden Brücken zusammen, sondern Wittgenstein vereinigte sichauch, nachdem er Boriffow genommen hatte, mit Tschitschakow, undum das Maß des Elendes voll zu machen, trat noch dazu in derNacht auf ven 28. wieder sehr strenge Kälte ein. Schon am 28.hörte bei den noch zurückgebliebenen Franzosen alle Ordnung auf,und das Gedränge der Nachzügler ward so groß, daß viele vondiesen auf der einzigen noch übrigen Brücke zertreten oder hinunter-gestoßen wurden, während zugleich Wittgenstein mit seinen Kanonenauf sie feuern ließ. In der Nacht vom 28.Z29. setzte Victor mitdem Neste des Heeres über; der Troß aber war zu furchtsam, umdasselbe zu thun, so daß die Brücke mehrere Stunden lang freiblieb. Am 29. dagegen bot dieselbe den Anblick der größten Ver-wirrung und des gräßlichsten Jammers dar. Als nämlich am Morgendieses Tages die Russen von allen Seiten her auf die Zurückgeblie-benen heran stürmten, drängte sich Alles nach der Brücke hin, undes ward eine noch weit größere Zahl von Leuten als am Tage zu-vor erdrückt, zertreten und hinabgestürzt. Zugleich erlagen Tausendeder Kälte, dem Mangel und der Erschöpfung, sowie den Kugeln der