Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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3Z8 Geschichte der neueren Zeit.

20. Mai kam es bei Bautzen und Wurschen zu einem Treffen,und es gelang auch diesmal wieder dem französischen Kaiser, durchseine strategische Geschicklichkeit die Verbündeten aus ihren Stellungenzu verdrängen; nur Blücher behauptete die seinige. Am folgendenTage wurde zwar die Schlacht erneuert; die Verbündeten mußtenaber ihren Gegnern das Schlachtfeld überlassen. Sie würden sogarumgangen worden sein, wenn sich nicht Napoleon ein bedeutendesVersehen hätte zu Schulden kommen lassen. Die Franzosen hattenjedoch fast gar keine Gefangene gemacht, und weder Geschütze nochFahnen erobert, also keine Zeugen für die Wahrheit des ausposaun-ten Sieges erhalten. Napoleon war deshalb auch, nach dem Zeug-nisse seines eifrigsten Lobredners und Vertheidigers (Bignon), überden Ausgang der Schlacht bei Bautzen eher betrübt als erfreut, zu-mal da die von ihm verachteten Preußen dort, wie bei stützen, hel-denmüthig gefochten hatten. In Betreff der Zahl der in dieser Schlachtgetödteten oder verwundeten Franzosen und Alliirten weichen dieAngaben beider Theile so sehr von einander ab, daß wir diese liebernicht anführen wollen. Auch über den geordneten Rückzug derFeinde, welcher durchaus nicht einer Flucht ähnlich sah, war Napo-leon sehr betroffen. Er hatte außerdem bei der Verfolgung derselbenden Schmerz zu erleben, daß am 22. Mai sein Liebling Düroc anseiner Seite tödtlich verwundet ward. Die Alliirten waren übrigensschon damals des baldigen Anschlusses der Östreicher an ihre Sacheso sicher, daß sie den Franzosen die Straße nach Breslau preisgaben,und sich nach Schweidnitz, also in die Nähe der böhmischen Grenzezurückzogen. Die Franzosen rückten am 27. Mai in Liegnitz, am1. Juni in Breslau ein.

Nach der Schlacht bei Bautzen hatte Napoleon den GeneralCaulaincourt noch einmal in das russische Lager geschickt; dieserwar aber wieder nicht zugelassen worden. Am 30. Mai kam jedochBubna mit den östreichischen Vermittelungsvorschlägen bei Napoleonan, und jetzt erlaubten die Alliirten endlich, daß Caulaincourt an denVorposten mit einem russischen und einem preußischen General inUnterhandlung trete. Am 5. Juni kam es hierauf in dem bei Jauergelegenen Dorfe Pleischwitz zum Abschlüsse des Waffenstillstandes,welcher unter dem Vorbehalt einer Aufkündigungsfrist von sechsTagen bis zum 20. Juli dauern sollte. Er war, was auch Napo-